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Schlagzeugwerkstatt - Balance und Ergonomie (IV)

Tommy Resch
Tommy Resch

Hallo zusammen. In den drei letzten Workshops haben wir uns der Balance beim Sitzen und Spielen hinter dem Drumset gewidmet und unsere Bauch- wie Rückenmuskulatur geprüft. In dieser Ausgabe steht der ergonomische Aufbau unseres Schlagzeugs im Fokus.

Einige Konstellationen von Drumsets habe ich im Laufe der Jahre schon 'durchwandert': Da war ein Kit mit einer Bassdrum und vier Toms, welches sich bis auf zwei Bassdrums mit acht Toms gemausert hat, sowie eine andere Zusammenstellung mit zwei Bassdrums und sechs Toms. Der Gipfel des »bigger is better« war es dann, vier Bassdrums und neun Toms auf die Bühne zu stellen. Nach dieser Phase wurde alles wieder etwas überschaubarer, z. B. mit einer Bassdrum und drei Toms, wobei zwei davon auf der Bassdrum befestigt und eine kleinere links an einem Beckenständer montiert waren. Der für mich bequemste – also ergonomischste – Setaufbau, welchen ich auch seit mehr als zehn Jahren beibehalten habe, besteht aus einer Bassdrum und zwei Hängetoms, und diese auf einem separaten Doppeltomständer montiert. Die beiden Toms bilden, zusammen mit der Snaredrum betrachtet, eine Dreiergruppe mit nahezu gleichem Abstand. Anders gesagt: Ich habe die Snare vor mir und die beiden Toms im gleichen Verhältnis ebenfalls. Die Grafik verdeutlicht das wohl am besten. Links ist ein Standardset, wie es nahezu alle Hersteller anbieten: zwei Toms auf der Basstrommel montiert. Das ist günstig, aber nicht unbedingt schön zu spielen. Ist euer Drumset so aufgebaut, dann macht doch einmal folgenden kleinen Test: Setzt euch hinter euer Schlagzeug, nehmt die Stöcke in die Hände und lasst die Arme locker seitlich herunterhängen. Ihr sitzt locker und aufrecht. Jetzt hebt ihr nur die Unterarme und bringt somit die Stöcke in die Grundstellung über eure Snaredrum. Wichtig ist, dass ihr locker wie aufrecht sitzt und alle Muskeln nahezu entspannt sind. Bleibt einfach einige Sekunden in dieser Position und genießt euren lockeren Muskelapparat. Und jetzt geht ihr einfach mit dem linken Stock über die rechte Tom. – Muss ich noch mehr erklären? Bei beschriebenem Standardaufbau bringen wir so den linken Arm streng genommen über das rechte Knie. Wenn ihr versucht, jetzt noch so entspannt zu sitzen wie in der Ausgangsposition, wird das sicher nicht gelingen. Abgesehen von der veränderten Aufgabe für Bauch- und Rückenmuskeln werdet ihr im Zweifelsfall dazu neigen, mit dem rechten Bein wieder eine Balance herzustellen. Das kann eventuell dazu führen, dass euer zu spielendes Bassdrumpattern 'schwimmt', da ihr unbemerkt damit beschäftigt seid, Balance zu halten und den eigentlich auszuführenden Weg der Ferse bei der benutzen Heel-up-Technik unterdrückt. Das alles muss nicht, kann aber passieren.

Ein weiterer Aspekt ist die Position des Ridebeckens: Ihr bringt eure Stöcke wieder in die Grundstellung über der Snare. Alles ist locker. Jetzt fühlt euch mal in eure entspannte Schulter hinein und führt den Stick zum Ridecymbal (am besten noch zur Glocke). Und, fühlt sich das gut an? – Ich denke nicht, beziehungsweise, das geht noch mit Abstand bequemer. Über eine veränderte Position der Hängetoms in die linke Richtung entsteht schließlich auch mehr Raum, um das Ridebecken eher 'vor euch' zu platzieren als es 'rechts außen' zu lassen.

Gegenüberstellung: Standartaufbau (l) und ausgewogene Tomplatzierung (r)
Gegenüberstellung: Standartaufbau (l) und ausgewogene Tomplatzierung (r)

Weitere Übungen gibts im aktuellen Heft von drums&percussion Juli/August 2010 ab der Seite 136.


drums&percussion Juli/August 2010

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