Christopher Dell, Christian Lillinger (Bild: Thomas Krebs), Brian Blade (Bild: shutterstock)
Christopher Dell, Christian Lillinger (Bild: Thomas Krebs), Brian Blade (Bild: shutterstock)

1. Deutscher Jazzpreis für Dell, Lillinger und Blade

Ein großes Thema der Woche war die Verleihung des 1. Deutschen Jazzpreises. In unserer Zunft wurden drei Instrumentalisten verdient ausgezeichnet.

Jazz in Deutschland ist hochkarätig, divers und durchweg anspruchsvoll, nicht selten fehlen nur die Worte dafür. Bei der Premiere des Deutschen Jazzpreises jedenfalls, die jetzt von vier Locations aus per Livestream (u.a. über unsere Website) übers Netz ging, war »wunderbar« das meistbemühte Adjektiv, dicht gefolgt von »toll«. Durch den Abend führte Pinar Atalay im Hamburger Jazzpreis-Studio. Aus zugeschalteten, Corona-konform mit Musikern und Publikum besetzten Clubs in Berlin (A-Trane), Mannheim (Ella & Louis) und München (Unterfahrt) moderierten Rundfunkleute von rbb, SWR und BR.

Akteure der jungen Szene ausgezeichnet 
Nach Einstellung des Echo Jazz vor drei Jahren gibt es also einen neuen, mit 10.000 Euro auch vorzeigbar dotierten künstlerischen Preis, mit dem Kulturstaatsministerin Monika Grütters als Schirmherrin „das Scheinwerferlicht auf Vielfalt, Kreativität und kommunikative Kraft des Jazz“ richten will. 31 Auszeichnungen waren zu vergeben, in jeder Kategorie gab es drei von einer Fachjury nominierte Kandidaten. Unter den Preisträgern waren Arrivierte, vor allem aber Vertreter der jungen Szene; zuvorderst ist hier Christian Lillinger zu nennen, der gleich zweifach dekoriert wurde (»Schlagzeug / Perkussion national« sowie »Künstler des Jahres«). Mainstream wurde hier nicht abgefeiert, was auch die Preisverleihung an Vibrafon-Virtuose Christopher Dell belegen mag.

Als Laudatoren konnte man mitunter Weltstars gewinnen, so Ute Lemper für Lucia Cadotsch (Vokal), Rolf Kühn für Philipp Gropper’s PHILM (Band des Jahres, mit Oli Steidle als Drummer), Herbie Hancock für Promoter-Legende Karsten Jahnke (Lebenswerk). Und mit mehreren internationalen Preisen sah man gar über den Tellerrand der hiesigen Szene hinaus.

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Brian Blade als internationaler Preisträger
Zwar hätten internationale Größen wie der ebenfalls ausgezeichnete Brian Blade (Kategorie »Schlagzeug / Perkussion international«) keinen Deutschen Jazzpreis mehr gebraucht, doch für spektakuläre Aufsteiger wie die die österreichische Gruppe Shake Stew (Band des Jahres) dürfte er zur verdienten Beachtung beitragen. Der Preis ist unter Corona-Bedingungen gestartet, die Streaming-Gemeinde war höchst überschaubar. Bleibt zu hoffen, dass er sich in »postpandemischen« Zeiten zum attraktiven Live-Event entwickelt.

Info: www.deutscher-jazzpreis.de 

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