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Bild: Grand Warszawski / Shutterstock.com
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Charlie Watts ist tot

Der Drummer der Bandlegende The Rolling Stones war Pionier und Stilikone. Watts, der erst kürzlich operiert wurde, ist heute in London verstorben.

Frenetischer Applaus, der mal nicht den Herren Jagger und Richards gilt, sondern dem Anzug tragenden Drummer, der ein Schlagzeug spielt, das aussieht, als wäre es von seinem Großvater: Wer die Rolling Stones einmal live erlebt hat, kennt das. Charlie Watts wurde nicht nur in der Drummerzunft verehrt. Am heutigen 24. August verstarb er in einem Londoner Krankenhaus 80-jährig im Beisein seiner Familie.

Minimalismus als Markenzeichen
Charlie Watts wurde am 2. Juni 1941 in London geboren. Seinen Drumstil kann man als minimalistisch bezeichnen; er spielte meistens nur das, was die Musik brauchte – und das meist auch mit einer, nennen wir es mal, etwas ›unorthodoxen‹ Spielweise. Genauso minimalistisch wie sein Spiel war auch Watts’ Drumset, das lediglich aus Bassdrum, Snaredrum, Hänge- und Floortom bestand – ein Umstand, der ihm auch Kritik einbrachte, gerade in den wilden Siebzigerjahren, als die Schlagzeuge zu wahren Burgen mutierten und die Schlagzeuger eigentlich permanent solierten. Was könnten die Stones sein, wenn sie einen Drummer hätten, der nicht nur »Bum Tschack« spielen würde, wurde damals immer mal gefragt. Doch als zu Beginn der Achtzigerjahre immer mehr darüber sinniert wurde, was eigentlich einen guten Schlagzeuger ausmacht, und Schlagwörter wie »Groove« und »Timing« in den Vordergrund rückten, erkannten viele, was sie an Charlie Watts hatten: »Er ist das Bett, auf dem ich liege«, bekennt Keith Richards in seinen Memoiren.

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Hommage in Ausgabe 4/2021
Watts war seit den frühen Sechzigerjahren Mitglied der Rolling Stones, das Dienstälteste nach Keith Richards und Mick Jagger. Gerade erst würdigten wir die Drumikone aus Anlass ihres 80. Geburtstages mit einer Hommage in Heft 4/2021. Vor kurzem erst war bekannt geworden, dass Charlie Watts für die anstehende US-Tournee der Rolling Stones ausfiel und Steve Jordan ihn vertritt, da Watts sich auf Rat seiner Ärzte von einer OP erholen sollte. Weswegen er operiert werden musste, blieb unklar. Anfang der Nullerjahre litt Watts an Kehlkopfkrebs, konnte damals aber der Verlautbarung nach erfolgreich therapiert werden.

Watts' Wunsch weiterzuspielen, »bis entweder Mick Jagger oder Keith Richards aufgeben«, hat sich heute jäh zerschlagen. Der Gentleman-Drummer hinterlässt eine große Lücke.
R.I.P., Mr. Charlie Watts!

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