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Mamady Keïta (Bild: Horst Hemerle)
Mamady Keïta (Bild: Horst Hemerle)

Djembe-Legende Mamady Keïta verstorben

Am 21. Juni ist der Welt einer der größten Djembéspieler verloren gegangen. Mamady Keïta starb knapp 71-jährig in Brüssel im Kreise seiner Familie.

Mamady Keïta wurde 1950 in Balandougou / Guinea als Sohn eines Jägers und traditionellen Heilers geboren. Er trommelte schon früh auf den Kalebassen seiner Mutter. Mit 14 Jahren kam er in der Hauptstadt Conakry ins Auswahlverfahren für eins der zwei Nationalballetts von Guinea, dem »Ballet Djoliba«. Nach 9 Monaten Training wurde er, nun 15-jährig, Djembéspieler des Ensembles. Zunächst war er Begleit-, dann Solospieler, ab 1979 sogar Direktor. Die beiden Nationalballetts »Ballets africains« und »Ballet Djoliba« trugen die Kultur Guineas in die Welt. Schon bald feierten sie unglaubliche Erfolge. Die Musiker wurden (in dem damals sozialistischen Land) zu Staatsbeamten. Keïta bereiste mit dem Ensemble die ganze Welt und wurde 1969 in Algier zum besten Trommler Afrikas gekürt.

»Mozart der Djembé«
1988 kam Keïta nach Belgien, wo er heiratete und blieb. Er gründete im gleichen Jahr die Gruppe Sewa Kan. 1991 folgte der Film "Djembéfola". In der belgischen Presse galt er als »Mozart der Djembé«. 1992 gründete er die Trommelschule Tam Tam Mandingue. 1996 war er in der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf Dozent an der Seite von Terry Bozzio und Luis Conte – die Djembé war nun endgültig auf dem Weltmarkt angekommen. 1998 stellte Mamady Keïta in Belgien ein Festival auf die Beine (als »Mogobalu« herausgebracht), zu dem er die größten »Djembéfola« Westafrikas einlud. Hier spielte man vor einem riesigen Publikum wie sonst nur Popstars.

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Probleme mit dem Herzen
Wegen Herzproblemen wurde Keïta ins Krankenhaus in Brüssel eingeliefert, wo er am 21.6. friedlich im Kreise seiner Familie verstarb. Beerdigt wird er, seinem Wunsch gemäß, in Conakry / Guinea.

Famoudou Konaté schreibt in seiner gerade erschienenen Biografie über seinen Kollegen Mamady Keïta: »Sein großer Erfolg wundert mich nicht. Er ist ein großer Musiker, dazu intelligent und durchsetzungsfähig. Wir beide haben den Europäern und den vielen Menschen in allen Ecken der Welt, die unsere Musik lieben, alles zu verdanken.«

(Ursula Branscheid-Kouyaté)

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