Nächte voller Jazz

Die jazzahead! 2012 lockt mit spanischem Programm und Konzerthighlights in ganz Bremen / jazzahead!-Škoda-Award Preisträger steht fest

Die jazzahead! nähert sich mit großen Schritten. Vom 19. bis zum 22. April steht Bremen ganz im Zeichen des internationalen Jazz. Auch in diesem Jahr hat die renommierte Veranstaltung weit mehr zu bieten als ein reguläres Programm für das internationale Fachpublikum. So werden Kulturhighlights aus Spanien und die im letzten Jahr erfolgreich gestartete clubnight die Hansestadt auch 2012 wieder zum Klingen bringen – und das weit über die Grenzen der Messe Bremen hinaus. Der Kartenvorverkauf für alle Veranstaltungen hat begonnen.

Preisträger des jazzahead!-Škoda-Awards 2012: Siggi Loch
Der diesjährige Preisträger des mit 15.000 Euro dotierten jazzahead!-Škoda- Awards steht fest: Siggi Loch erhält die begehrte Trophäe für seine besonderen Verdienste um den Jazz als Kulturgut. Der ehemalige Europa-Chef von wea und jetzige Chef seines eigenen Labels ACT hat entscheidende Impulse gegeben und seit über einem halben Jahrhundert im Dienste des Jazz gestanden, so die Begründung der jazzahead!-Verantwortlichen für diese Ehrung. Am Freitag, den 20. April 2012 wird er im Focke-Wulf Saal des Congress Centrums der Messe Bremen im Rahmen der offiziellen Eröffnungsfeier mit dem jazzahead!-Škoda-Award geehrt. Die Laudatio hält der englische Journalist und Autor Stuart Nicholson. Im Anschluss an die Preisverleihung dürfen sich die Besucher dann auf ein Doppelkonzert von ACT-Künstlern freuen: Jens Thomas mit seinem Programm „Speed of Grace“ sowie das englische Lighthouse Trio (Tim Garland, Gwilym Simcock und Asaf Sirkis).

Spanien macht Programm im hohen Norden
Spanien macht Programm im hohen Norden Das diesjährige Partnerland Spanien ist mit zahlreichen Veranstaltungen bereits vor der offiziellen Eröffnung der jazzahead! in Bremen mit einem Rahmenprogramm am Start. Ob Literatur, Kunst oder Tanz, das Sonnenland präsentiert sich als Kulturland. Den Auftakt macht bereits am 1. März die Vernissage zur Fotoausstellung von Raul Esteve im swissôtel Bremen. Weitere spannende Programmpunkte sind u.a. das Konzert von SIN RED im Instituto Cervantes, dem diesjährigen Kooperationspartner der jazzahead! Tanzbegeisterte können sich jetzt schon auf das Spanish Contemporary Dance Festival freuen, das am 3., 5. und 6. Mai in der Schwankhalle stattfindet.
Absolutes Konzert-Highlight im Partnerlandprogramm wird neben der am 19. April stattfindenden Spanish Night das Galakonzert mit dem Star-Gitarristen Tomatito sein. Der Grammy Gewinner wird mit seinem Tomatito Sextett am 20. April in der Bremer Glocke auftreten.

Eine Nacht – 17 Locations - 29 Konzerte: Die jazzahead! clubnight 2012 2011 feierte die clubnight im Rahmen der jazzahead! Premiere. Aufgrund des großen Erfolges wird es 2012 eine Neuauflage geben. Am 21. April macht Bremen die Nacht zum Tage, und der Jazz erhält Einzug in die Clubs. Und mehr noch: Frei nach dem Motto höher, schneller, weiter haben die Veranstalter das Programm ausgebaut und neue spannende und überraschende Locations als Veranstaltungsorte hinzu gewonnen. So verspricht u.a. das swissôtel Jazzgenuss in exklusivem Ambiente und das Bremer Musical Theater in seinem Foyer eine groovende Nightlocation, die ihr Programm dann beginnt, wenn andere schon aufhören. Hier heizen die Isländer mit der „The Samuel Jon Samuelsson Big Band“ ein. Mit einer extravaganten Mischung aus Funk, Afro und Jazz ein Muss für Musikliebhaber. Natürlich zeigt sich die Bandbreite der clubnight nicht nur durch die unterschiedlichen Locations, auch die Wahl der Acts beweist ein Gespür für aktuelle Trends. Zu erleben ist unter anderem Thomas Siffling, er gehört mittlerweile zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Jazzszene. Zur clubnight groovt er mit akustischer und elektronischer Musik im KASCH in Achim. Gleich zwei Mal bei der jazzahead! dabei ist die Echo-Gewinnerin Céline Rudolph. Die erfolgreiche Künstlerin spielt zur clubnight im KITO und am Freitag auf der Maritim Vocal Jazz Bühne im Rahmen der Messe. Die koreanische Sängerin Youn Sun Nah ist im Moments zu hören, dort tritt auch Schwarm Hamel auf. Ebenfalls bei der clubnight und im jazzahead!-Programm vertreten: Mo’Blow. Das Berliner Quartett präsentiert am 20. April bei der German Jazz Expo und am 21. April bei der clubnight erfrischend funky Young German Jazz at its best.

Karten für alle Veranstaltungen sind erhältlich beim Ticket-Service in der Glocke (0421 / 33 66 99), bei TSC Eventim (0421 / 35 36 37), im WESER KURIER Pressehaus, in allen regionalen Zeitungshäusern, sowie telefonisch bei Nordwest Ticket (0421/ 36 36 36) oder online unter www.jazzahead.de / www.glocke.de / www.eventim.de  / www.weser-kurier.de/ticket

Weitere Infos auf www.jazzahead.de

110 Prozent für den Jazz

Siggi Loch erhält den 7. jazzahead!-Škoda-Award

„Plattenboss aus Leidenschaft“ heißt die im vergangenen Jahr zu seinem 70. Geburtstag erschienene Autobiographie, und damit sind drei Elemente benannt, die den Kern von Siggi Lochs Persönlichkeit und das Erfolgsgeheimnis seines aus der Musikgeschichte der vergangenen 50 Jahre nicht wegzudenkenden Schaffens ausmachen.

Um Platten nämlich, also um die Musik, ihre Bewahrung, ihre Vermittlung und ihre Weiterentwicklung, dreht sich Lochs Streben, seit er sich 1955 in ein Sidney-Bechet-Konzert schlich. Folgerichtig ist es auch der Jazz, dem seither seine besondere Liebe gilt. Ein Boss wurde er nolens volens, weil er im Einsatz dafür stets Verantwortung übernommen hat. Nicht als reiner Geschäftsmann, wie es heute fast üblich ist, sondern immer im Dienste der Sache: Unter anderem war Loch Vorstand des Phonoverbandes, Gründer der Phonoakademie und zuletzt Mit-Initiator des Jazz Echos. Ist es eben seine Leidenschaft, die ihn – oft hundertzehnprozentig - antreibt. Die ihn auch Konflikte nicht scheuen und mitunter unbequeme Wahrheiten früh erkennen und aussprechen ließ: Ob er die Gefahren der Digitalisierung ansprach, als die Branche noch im Tiefschlaf lag; oder auch, wenn er so manchen Künstler zu der Erkenntnis zwingen musste, dass auch im Jazz die Gesetze des Musikgeschäfts gelten.

All dies zusammen erklärt die Karriere des Selfmade-Mannes Siggi Loch: Vom Hobbyschlagzeuger und Plattensammler zum Plattenverkäufer für die Electrola (1960), der die Radiogeschäfte mit einem VW Käfer voller Platten abklappert; vom „Ressortleiter Jazz“ und Produzenten bei Philips (1962), der Klaus Doldinger entdeckt und ihn für die heute legendäre Twen-Serie produziert, zum Geburtshelfer der deutschen Dependance von Liberty Records (1966) als mit 26 Jahren jüngster Labelchef Deutschlands; als Schützling des legendären Nesuhi Ertegun vom Gründungschef der deutschen wea (1971) zu deren Europa-Chef (1983); und schließlich vom Diener amerikanischer Konzerne zum eigenen Herrn (1988), der den immer wieder verschobenen Traum vom eigenen, auch von seiner Leidenschaft für Kunst und Fotographie geprägten Label wahr macht: ACT.

In den 20 Jahren, die sein „Kind“ heuer feiern kann, hat Loch dem Jazz in wahrlich nicht einfachen Zeiten entscheidende Impulse gegeben. Von der ersten Produktion „Jazzpaña“ an öffnete er Musikern Türen, die neue Wege beschritten und den Jazz als stiloffene Weltsprache begriffen - wie ein Nguyên Lê, ein Joachim Kühn oder jüngst eine Youn Sun Nah, deren Karrieren untrennbar mit ACT verbunden sind. Auch am skandinavischen Jazzwunder hat Loch seinen Anteil: Nils Landgren, Esbjörn Svenssons e.s.t., Lars Danielsson und Sängerinnen wie Viktoria Tolstoy oder Rigmor Gustafsson wurden mit ACT zu internationalen Stars, das Label selbst zum heute weltweit wichtigsten für schwedischen Jazz. Doch auch die Basisarbeit im eigenen Land hat Loch nicht vergessen: Die ACT-Reihe „Young German Jazz“ war Vorreiter bei der Förderung einheimischer Talente und hat mit Michael Wollny den derzeit international erfolgreichsten jungen deutschen Jazzer hervorgebracht.

Dass Loch ganz aktuell die bedeutendsten jungen Interpreten der Improvisationsmusik aus aller Welt an ACT bindet, von Vijay Iyer und Rudresh Mahanthappa bis zu Three Fall und dem radio.string.quartet.vienna, von Yaron Herman und Iiro Rantala bis zu Vladyslav Sendecki und Leszek Mozdzer, von Céline Bonacina bis zu Verneri Pohjohla, zeigt, dass er auch im nominellen Rentenalter nicht gedenkt, locker zu lassen – im Dienste des Jazz und seiner Zukunft.

Weitere Infos auf www.jazzahead.de

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