Percussionfestival Telfs 2012

Zum 9. Mal in Folge ließ das jährliche Percussionfestival Telfs die 15.000 Einwohner Gemeinde im Tiroler Oberland zum Brennpunkt für Schlagzeuger und Percussionisten jeder Größenordnung aufsteigen. Trotz unvorhersehbarem Schneefall und gesperrten Straßen wurde im Telfer Rathaussaal einen aufregenden Tag lang in verschiedensten Stilen und Perspektiven gegroovt und der Horizont der motivierten Teilnehmer auf neue erheblich erweitert.
Stefan Schwarzenberger, Schlagwerklehrer an der Musikschule Telfs,  seines Zeichens Gründer und Organisator des Festivals lud wie gewohnt international anerkannte  Dozenten ein, um die ab 10.00 Uhr vormittags stattfindenden masterclasses abzuhalten und ihren Stil, die Vorzüge ihrer Instrumente und ihre Lebenseinstellung zu teilen.
Den Start machte Nathaniel Townsley.
Der gebürtige New Yorker zählt zu den Meistern des Drum Sets, des Grooves und generell der Musik an sich, was allein sein Erscheinungsbild und nicht zuletzt seine Laufbahn als Schlagzeuger (Zusammenarbeit mit Stevie Wonder, Joe Zawinul, Richard Bona uvm.) außer Frage stellt.
In beeindruckenden 90 Minuten zeigte er, wie viel Gefühl man in ein Instrument, in einen Takt, in einen einzelnen Schlag legen kann und begeisterte damit nicht nur eingefleischte Drummer sondern brachte auch dem jüngeren Publikum seine spezielle Art Musik zu machen näher und sorgte für offene Ohren und Münder.
Anschließend führte Rainer Römer, Mitglied des ‚Ensemble Modern‘ und Lehrer an der Hochschule in Frankfurt, in die Welt der modernen Musik. Mit Hörbeispielen zeitgenössischer Kompositionen und anregenden Techniken zur besseren Verwirklichung von Gedachtem und Aufgeschriebenem im Gepäck brachte er den Anwesenden eine für die meisten sonst wohl eher verschlossene, vielleicht sogar etwas unattraktive Welt näher, die spannender ist, als sie für viele zu sein scheint.
Der österreichische Vertreter unter den Dozenten war Richard Filz, der in seinem Workshop das Publikum integrierte und seine nicht unbekannte Art Musik mit dem Körper und dem Mund zu machen mit Humor und Enthusiasmus weitergab.
Mit Voice/ Bodypercussion fand er bei sämtlichen Teilnehmern von der ersten Sekunde an großes Interesse und beeindruckte mit Unabhängigkeit der Extraklasse.
Franck Tortiller, ein Meister des Stabspiels , wurde aus Paris eingeflogen, um das Vibraphon vorzustellen und damit zu verzaubern.
Anspruchsvolle Solos und die Miteinbeziehung der Schüler, die mit ihm ‚jammen‘ durften, zeichneten sowohl den Workshop, als auch den Profimusiker aus.
Die letzte Clinic leitete Pedro Martinez, der die Conga zum Klingen bringt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Der in New York lebende gebürtige Kubaner beeindruckte wohl jeden der Anwesenden mit seiner unglaublichen Technik und Leichtigkeit und seinem Gefühl für Musik zutiefst.
Gemeinsam mit seiner Band, der ‚Pedrito Martinez Group‘, zeigte er Rhythmusgefühl in unvorstellbaren Dimensionen und gemeinsam, allesamt unglaubliche Musiker, machten sie klar, wie viel Spaß man an Musik eigentlich haben kann.
Als die Masterclasses vorüber und in einer kurzen Pause die Köpfe wieder gelüftet und die Mägen wieder gefüllt waren, wurde es Zeit für das mit Spannung erwartete Konzert, an dem die Dozenten noch einmal zeigten, was Sache ist.
Der erste Teil wurde eröffnet von Franck Tortiller, der mit einem Virbaphonsolo die Musikerherzen höher schlagen ließ. Als nächstes spielte Rainer Römer das Stück ‚dasselbe ist nicht dasselbe‘, ein Solo für kleine Trommel vom berühmten Komponisten Nikolaus Huber.
Gefolgt von Richard Filz der in 3 Eigenkompositionen seine Body- und Vocalpercussion- feritgkeiten zum Besten gab.
Vor der Pause spielte Nathaniel Townsley noch ein 10 Minuten Schlagzeugsolo, indem er seine ganze musikalische Bandbreite zum Besten gab , gepaart mit Gefühl und unglaublichem Sound.

Dann würden die Stühle auf die Seite geräumt, die Salsakleider angezogen und die Bühne eröffnet für die extra aus New York eingeflogene Pedrito Martinez Group.
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Selten hat Tirol eine solche Energie erlebt, wie an diesem Abend im Telfer Rathaussaal.
Die sichtlich Spaß habenden Musiker hatten sogar am Nachmittag während deren masterclass Nathaniel Townsley aufgefordert beim Konzert mit ihnen mitzuspielen, was er dann auch tatsächlich machte und die Stimmung endgültig zum Kochen brachte. Latin Power mit unglaublicher Freude!
Diverse Tänzer aus verschiedenen Salsaclubs brachten zusätzlich den Tanzboden zum schwingen.

Es muss also eindeutig der Hut gezogen werden vor den Organisatoren, den Sponsoren, den Dozenten und dem Percussionfestival Telfs an sich, dass jedes Jahr aufs neue mit Qualität, Professionalität und viel Spaß an der Sache besticht.
Wir freuen uns auf das 10- jährige Jubiläum und hoffen, dass sich wieder neue Gesichter zeigen werden, um zu lausche, zu lernen, zu drummen und zu lachen.

Jakob Köhle

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