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Terri Lyne Carrington

Die Grande Dame des Jazz

Terri Lyne Carrington gehört zu den wahrlich großartigsten Damen des amerikanischen Jazz. Die Schar der klangvollen Protagonisten, mit denen sie in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zusammengearbeitet hat, ist so illuster wie umfangreich. Kürzlich hat die Berklee-Dozentin mit »The Mosaic Project« zudem auch ein ganz besonderes Soloalbum vorgelegt.

Terri Lyne Carrington
Terri Lyne Carrington

Es ist schon eher selten, dass sich selbst die großen Feuilletons hierzulande so dezidiert der Erscheinung einer Jazzplatte widmen, und wenn dann hat es eher ›spektakuläre‹ denn künstlerische Hintergünde. Im Fall von Terri Lyne Carringtons »The Mosaic Project« ist dies zunächst einmal die Tatsache, dass allein Vertreter der holden Weiblichkeit darauf zu hören sind. Aber das allein als Aufhänger zu nehmen, ist viel zu kurz gegriffen, denn letztlich ist es – oder sollte es zumindest sein – doch völlig egal, welchen Geschlechts die Protagonisten auf einem Album sind. Was also wesentlich gewichtiger in die Waagschale fällt, ist die Tatsache, dass »The Mosaic Project« schlicht und ergreifend eine bemerkenswert gute Jazzplatte geworden ist, die ganz sicher von sich reden macht – so sie es denn nicht bereits getan hat. Das liegt nicht allein an der Meisterlichkeit, mit der Carrington und ihre berufenen Mitstreiterinnen von Dee Dee Bridgewater, Sheila E., Dianne Reeves bis Cassandra Wilson und vielen, vielen mehr hier ans Werk gehen, sondern vor allem an der schier unfassbaren Bandbreite und mitreißenden Gefälligkeit, die dieses Album hat. Dazu kommt ein gehöriges Maß an Entdeckungsdrang und purer Freude am Musizieren. Das alles hat uns Terri Lyne Carrington höchstpersönlich im Telefoninterview etwas näher erläutert.

Als du 1989 dein erstes Soloalbum »Real Life Story« herausgebracht hast, hast du darauf ebenfalls ein buntes Trüppchen verschiedenster und ziemlich hochkarätiger Musiker wie Carlos Santana, Dianne Reeves, Wayne Shorter oder John Scofield versammelt. Diesmal, bei »The Mosaic Project«, waren es jedoch ausschließlich Frauen. Warum?

»Oh Mann. 1989. Ist das schon so lange her? – Ich glaube, dass sämtliche meiner Alben irgendwie eine Art Allstar-Vibe hatten. Ich weiß auch nicht genau, wie ich’s ausdrücken soll, aber ich mag es einfach, wenn jedes Album irgendwie einzigartig wird – wie eine Art Event. Mir geht’s nicht darum, einfach ein paar gute Musiker ins Studio zu holen und loszulegen. Es ist für mich wichtiger, mitunter auch viel Arbeit zu investieren, um Leute zusammenzubringen, die ihre Individualität, ihre Persönlichkeit in die Aufnahmen und in die Musik einfließen lassen. Mit ›Mosaic‹ wollte ich einfach all die tollen Frauen, die mich bis heute so sehr bereichert haben, feiern. Diese Frauen spielen in meinem Leben schon seit mitunter sehr, sehr langer Zeit eine wichtige Rolle.«

Terri Lyne Carrington ist eine auch musikalisch wandlungsfähige Frau mit vielen Gesichtern – die jedoch die Musik immer in den Vordergrund stellt.
Terri Lyne Carrington ist eine auch musikalisch wandlungsfähige Frau mit vielen Gesichtern – die jedoch die Musik immer in den Vordergrund stellt.

Das ganze Interview findet Ihr in drums&percussion Januar/Februar 2012 ab Seite 16.


drums&percussion Januar/Februar 2012

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