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Mikkey Dee

Alles lauter als alles andere

Eine Band wie Motörhead noch irgendwie vorzustellen, verbietet sich schon fast von selbst: »Good evening, we’re Motörhead and we play rock ’n’ roll«, diese ›Kampfansage‹ vor fast jeder Show – bevor’s lautstark in die Vollen geht – trifft’s wohl erschöpfend...

Mikkey Dee
Mikkey Dee

Unter diesem Motto beginnt schließlich fast jedes Konzert der unverwundbaren Haudegen um Bassist und Sänger – oder sollte man doch eher Gesamtkunstwerk sagen? – Lemmy Kilmister mit seiner unverwechselbaren Präsenz. Seit mehr als zwei Jahrzehnten sitzt der gebürtige Schwede Mikkey Dee am Schlagzeug – irgendwie immer ein bisschen beruhigend altmodisch, aber dennoch ebenso unzähmbar wie seine Mannen. »Everything louder than everything else« ist bei einer Band wie Motörhead alles andere als eine leere Versprechung.
Doch hinter der offenkundigen Arbeit von Mikkey Dee steckt weit mehr als man sich das im ersten Moment so vorstellt. Neben echtem Rock-’n’-Roll-Lebensstil und explodierender Energie auf der Bühne hat Mikkey Dee auch im Hintergrund so einige Zügel in puncto Motörhead in der Hand.
Zudem war es Mikkey Dee, der als, sagen wir mal, Botschafter des rockenden Schwermetalls im schwedischen Pendant zu »Ich bin ein Star – holt mich hier raus!« ins malaysische Dschungelcamp gereist ist. Ob das gefährlicher als die Arbeit bei Motörhead war? Man weiß es nicht, und genau deswegen – weil man manches nicht weiß – haben wir uns einmal etwas ausführlicher mit Mikkey Dee unterhalten.

Was genau ist dein Anteil an Motörhead, im Studio und auf der Bühne?

»Well, ziemlich genau ein Drittel [lacht]. Nein, im Ernst, ich bin schon das Kraftpaket und die treibende Energie. Musikalisch gesehen fungiere ich als Rückgrat der Band – ich und Lem. Aber ich sehe mich selbst ebenfalls als eine Art Frontmann, selbst wenn ich mit meinen Drums hinten auf der Bühne sitze. Es ist, gerade weil wir nun mal ein Trio sind, besonders wichtig, dass ich meinen Part gnadenlos abliefere. Gerade in einer Dreierbesetzung ist es unerlässlich, dass sämtliche Bandmitglieder ein bisschen auch Rampensäue sind – das wirst du sämtlichen Trios eines gewissen Ranges feststellen.«

Nun ja, dafür man hat natürlich in einem Trio auch besonders viel Platz...

»Ja, genau. – Die Leute fragen mich oft, wie es sich anfühlt, bei Motörhead zu trommeln, mit jemandem wie Lem auf der Bühne zu sein und in einem gewissen Sinne vielleicht auch in seinem Schlagschatten zu stehen. Lemmy ist nun mal legendär und für viele Dinge berühmt. Aber ich liebe die Situation einfach – ohne jegliche Einschränkung. Ich bin dankbar dafür, jemanden zu haben, der so stark und derart nach vorne gerichtet ist wie Lemmy. Das macht mich letztendlich ja auch besser und treibt mich an. Es gibt zwischen uns keinerlei Rivalitäten oder so etwas. Schlussendlich kitzelt er auch aus mir einiges mehr heraus. Ich muss mich als Drummer nur noch darum kümmern, dass alles solide und einfach gut ist. Ich sollte die Fahne ebenfalls hochhalten, wenn du so willst.«

Das ganze Interview findet Ihr in drums&percussion Januar/Februar 2013 ab Seite 18.


drums&percussion Januar/Februar 2013

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