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Gavin Harrison, Bill Rieflin, Pat Mastelotto

Ménage-à-Trois am Königshof

Für die neue Inkarnation des Progressive-Archetypus’ schlechthin, die englische Band King Crimson, hat sich deren Mastermind Robert Fripp wieder einmal etwas nahezu Unerhörtes ausgedacht: Es gibt diesmal drei Drummer – und sie stehen nicht hinten, sondern vorne auf der Bühne!

Das ist allerdings sicher nicht das Einzige, was an einer Band wie King Crimson besonders ist: Seit 1969 steht der Name schließlich für musikalische Schocktherapie und für so gut wie alles Innovative, das sich in der Rockmusik Platz und diese damit zum »Prog« gemacht hat. Die Band wurde mehrfach – von Fripp – aufgelöst, hat sich jedoch für jede Wiedergeburt neu erfunden und bewusst kulturelle Allgemeinplätze verwüstet – was man einer Band in nahezu fünf Jahrzehnten erst einmal nachmachen muss. Allein auf der technischen Seite waren es zunächst die massive und einzigartig brutale wie feinfühlige Einbindung des Ende der Sechzigerjahre völlig neuen Mellotrons, dann mit Bill Bruford und Jamie Muir die zweier Drummer Anfang der Siebziger und bereits zu Beginn der Achtzigerjahre die genussvolle Nutzung von digitalen Instrumenten wie virtuellen Drums, Gitarren u.v.m., die King Crimson auszeichnete. Dazu kommen eine riesige stilistische Bandbreite und neben der konzeptuellen Zepterführung eines Herrn Fripp eine bewusst fast anarchische Freiheit – eine Mischung also, die einem schon Angst einflößen kann.

Kurzum, King Crimson ist, wie Robert Fripp es immer wieder so hübsch blumig-kryptisch zum Ausdruck bringt, eher »eine Art und Weise, Dinge zu tun« denn eine Band. King Crimson hat dadurch in weit mehr als einer Hinsicht – bis auf die kommerzielle vielleicht – Maßstäbe gesetzt und tut dies mit den aktuellen Drummern Gavin Harrison, Bill Rieflin und Pat Mastelotto sicher ein weiteres Mal. Leider konnte man die Band bei ihrem »return to active service« lediglich in den Staaten live erleben (und es gibt – bislang – ganz bewusst keine Videodokumentation dieser Konzerte, auch nicht inoffiziell; eine Live-EP soll in Planung sein), aber vielleicht kommen wir hierzulande ja auch irgendwann in den Genuss [man spricht derzeit darüber]. Bei einer Band wie King Crimson weiß man schließlich nie, was passieren wird – denn »it’s all up to Robert«, und der ist nun mal, ähm, eigen.

Wir durften jedenfalls die drei Drummer bei den Tourproben in einem Londoner Studio besuchen und zumindest ein bisschen was von dem erfahren, das uns in der aktuellen King-Crimson-Reinkarnation mit drei Drummern erwartet (hätte).

Das ganze Interview findet Ihr in drums&percussion Januar/Februar 2015 ab Seite 14.


Interviews aus drums&percussion Januar/Februar 2015

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