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Dave Weckl

Comeback auf allen Kanälen

Ein neues Album unter seinem Namen und eine 30th-Anniversary-Snaredrum mit Yamaha stehen an - sowie natürlich ganz viel neue Musik, deren Entstehung man exklusiv im Netz verfolgen kann. So gab's also reichlich Gesprächsstoff für ein Interview mit Mr. Dave Weckl, den wir in seinem Studio in Woodland Hills besuchen durften.

Dave Weckl
Dave Weckl

Nach einem langen Messetag auf  der NAMM-Show ging es ab nach Woodland Hills, wo Dave Weckl seit einigen Jahren lebt und arbeitet. Sein Studio befindet sich direkt neben seinem Haus, und hier fand auch unser Gespräch in recht entspannter Atmosphäre statt.

Du arbeitest nach einigen Jahren wieder mit Jay Oliver [Tasteninstrumente] zusammen, der an deinen ersten Alben beteiligt war, und ihr macht ein neues Album – ohne Plattenvertrag in der Tasche. Kannst du uns dazu etwas sagen? Auf Facebook geistern die Infos ja schon eine Weile umher, aber wirkliche Details sind weniger bekannt...

»Nun, die letzten Jahre bin ich mit Mike Stern, Oz Noy und einigen anderen sehr viel getourt. Wenn ich zu Hause war, habe ich hier im Studio gesessen und Platten gemischt, Tracks für andere Musiker aufgenommen usw. Seit 2007 ist das ungefähr so, und aus diesem Kreislauf herauszukommen, war eines meiner Ziele – was natürlich gar nicht so einfach ist, da ich ja auch Geld verdienen muss. Ich wollte aber wieder mehr für mich selber kreativ sein und nicht alles in andere Projekte investieren. Mit Jay war ich in den letzten Jahren wieder recht intensiv in Kontakt, wir haben viel über die Zusammenarbeit gesprochen, die ja mittlerweile 13 Jahre zurückliegt, und er meinte, dass wir’s wieder in Gang bringen sollten. Es war somit eigentlich eher seine Idee, und sie sollte groß werden – auch für die Fans etwas wirklich Besonderes. Wir nahmen anschließend meinen Webmaster hinzu, der sich mit den modernen Dingen besser auskennt, und er schlug ›Pledgemusic‹ vor, da sie ausschließlich mit Musik arbeiten und sogar Fans von uns waren. Man war direkt an Bord. Um ehrlich zu sein, ich war zu Beginn sehr skeptisch, was diese Art der Verbreitung betrifft. Ich meine, ich bin ganz gut angesagt bei Facebook usw. und habe auch reichlich Fans, die zu Konzerten kommen, aber in der jetzigen, schon verrückten Zeit ist es schwierig, Musik zu verkaufen, zu publizieren und Geld damit zu verdienen. Musik genießt leider nicht mehr den Stellenwert von früher. Es war klar, dass ein normaler Deal mit einer Plattenfirma nicht infrage kam. So haben wir das Projekt Ende 2012 gestartet und sind jetzt [Mitte Januar] bei etwa 1500 Personen, die ›gepledget‹ haben – mit einem Minimum von 15 US-Dollar bis hin zu weit mehr Geld für entsprechende Angebote [das alles ist zu sehen auf pledgemusic.com, wo die Zahl der User seit dem drastisch gewachsen ist]. Es geht bei ›Pledge‹ ja mit 15 US-Dollar für den Download der Musik los. Dann gibt es diverse Bundles mit Playalongs usw. bis hin zum vollen Konzert für 15000 Dollar. Wir machen Videos bei den Aufnahmen, die man sich über ›Pledge‹ und gegen die entsprechende Bezahlung anschauen kann. Auf jeden Fall war nach einem Monat klar, dass es funktionieren würde. Das Coole an alldem ist: Du lässt ›Pledge‹ so lange laufen, bis das Projekt wirklich fertig ist. Sprich, das vorhandene Budget ist weitaus besser als das, was eine Plattenfirma jemals investieren würde. Und dafür bieten wir mit all den Videoaufnahmen, den Behind-the-Scenes-Filmen usw. einiges. Es bringt den Fans sehr viel, da sie im Prinzip von Anfang an dabei sein können und nicht erst am Ende das fertige Produkt in der Hand halten. Wir haben bereits beim Erarbeiten der Songs die Gewissheit, dass sehr viele die Musik gekauft haben und Interesse an uns und unserem Schaffen haben – ein großartiger Weg, in der jetzigen Zeit seine Musik unters Volk zu bringen und wieder Geld damit zu verdienen.«

Das ganze Interview findet Ihr in drums&percussion Juli/August 2013 ab Seite 16.