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Thomas Lang

Back in black!

Es ist nahezu sieben Jahre her, unser letztes Interview mit Thomas Lang. Damals lebte er noch in London, trommelte die letzten »Pop Idol«-Shows und bereitete seinen Umzug nach Los Angeles, der Heimat seiner Frau Elisabeth, vor.

Thomas Lang
Thomas Lang

Und jetzt sitzen wir – nachdem wir eine Fotosession in den Drumchannel- Studios in Oxnard absolviert haben – in seinem Haus in Westlake vor den Toren von Los Angeles. Lang ist relaxt, erst einen Tag vorher von der Dream-Theater-Audition zurückgekehrt. Seine beiden Jungs rennen spielend durchs Haus, und gerade noch hat Lang mit dem Produzenten Peter Wolf telefoniert – wegen einer Veranstaltung der Firma Roland in Las Vegas. Die beiden werden dort bei einem Nachwuchswettbewerb in der Jury sitzen und ihr Wissen nutzen, um jüngeren Trommlern zu zeigen, wo deren Potential liegt. Im Haus selbst hat Lang ein kleines Studio mit ProTools, Keyboards, Gitarren sowie E- und A-Drums, in dem er ungestört arbeiten kann, und in seiner Freizeit spielt Herr Lang Golf, seine neue Leidenschaft. Nunmehr seit knapp sechs Jahren in L. A., einige Drumfestivals, Gianna- Nannini-Tourneen und einige seiner »Bootcamps« hinter sich, wollen wir wissen, was Herr Lang sonst so alles über die letzten Jahre gemacht hat.

»Die Entscheidung, 2005 nach L. A. zu gehen, war nicht beruflich, sondern familiär bedingt. Uns hat London nicht mehr gefallen. L. A. bot einfach mehr: eine bessere Infrastruktur, besonders für die Kinder, besseres Wetter und einfach ein besseres Leben. Musikalisch hat sich ebenfalls einiges getan, seit wir hier in Westlake leben. In England war ich hauptsächlich mit Popmusik beschäftigt – Sugarbabes, Ronan Keating oder auch diese ›Pop Idol‹-Geschichte. Da wollte ich raus. In meinen Augen hat sich da einfach alles stetig wiederholt, man traf immer auf die gleichen Musiker, und die MDs waren auch häufig die gleichen. Zudem hat es mich persönlich gestört, dass in vielen Acts alles wichtiger war als die Musik selbst. Der Tanz, die Outfits, das Licht und die Show – und dann kam meist erst die Musik, wobei die Bands ohnehin immer eher im Hintergrund, im schummrigen Licht, blieben. Da wollte ich raus, mit neuen Leuten arbeiten, bei denen in erster Linie die Musik im Vordergrund steht und nichts anderes. Darauf habe ich mich hier in L. A. konzentriert, woraus die Projekte ›Stork‹ mit Eloy Palacios am Bass und Shane Gibson an der Gitarre sowie das Goof-Metal-Ding ›Schwarzenator‹ entstanden sind. Ich habe mit Nick D'Virgilio und Matt Malley die ›Terabyte‹-CD aufgenommen, die recht proglastig geworden ist.

Zudem habe ich viel produziert – einige Bands aus Europa waren dabei –, habe etwas in die Filmmusikecke reingeschaut, wieder selbst komponiert und Musik geschrieben. Das hatte meist nichts mit dem Trommeln selbst zu tun, aber es hat mich als Musiker weitergebracht. Für die Sessionszene in L. A. habe ich mich nicht wirklich interessiert. Dafür habe ich weiter mit Gianna Nannini gearbeitet, einige Platten mit ihr aufgenommen und kürzere Tourneen in Europa getrommelt, was immer Spaß macht, da sie z. B. in Italien in den letzten Jahren unglaublich zugelegt hat und ein richtiger Superstar ist. Ich wollte jedoch nicht zu viel von meiner Familie weg sein, solange die Jungs noch klein waren. Jetzt kommen sie in die Schule, und da kann ich mich wieder musikalisch mehr entfalten. Aber Popmusik wird da wohl eher eine geringere Rolle spielen. Sessions hab ich auch in den letzten Wochen einige getrommelt, aber eben mit Produzenten, die ich gut kenne – wie Peter Wolf.«

 

Thomas Lang
Thomas Lang

Das ganze Interview findet Ihr in der aktuellen Ausgabe drums&percussion März/April 2011 ab Seite 14.