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Benny Grebs neue DVD

Ein cineastischer Lehrfilm

Im Frühjahr bringt Benny Greb seine neue DVD »The Language of Drumming – A System for Musical Expression« auf den Markt – und dahinter verbirgt sich weit mehr als 'nur' eine Lehr-DVD.

Benny Greb

Benny Greb ist schließlich für seine ganz eigene Art, diverses Trommelwerk zu bedienen, ungewöhnliche Klänge zu erzeugen und damit unverkennbare Musik zu machen, bekannt. Nicht allein seine letzte Solo- CD »Grebfruit« oder die Platten seiner Band Jerobeam zeugen davon. »Individualität « und (nicht nur) »musikalischer Ausdruck« stehen also wie selbstverständlich im Zentrum von Grebs Trommelphilosophie. Aber diese hat natürlich auch ihre theoretischen Grundlagen. Auf die Suche danach begibt sich nun seine neue DVD, die Anfang des Jahres erscheinen wird. Aber Greb wäre nicht Greb, würde er nicht auch auf der visuellen (und diversen anderen) Ebene seiner Kreativität freien Lauf lassen und seiner ersten Lehr-DVD bei Hudson-Music somit eine ganz besondere Ästhetik verleihen. Über all' das haben wir uns mit Benny Greb etwas ausführlicher unterhalten.

Benny Greb
Benny Greb

In welchen Aspekten siehst du die Analogie zwischen Schlagzeugspielen und Sprache?

»Im Grunde dreht sich 'The Language of Drumming – A System for Musical Expression' darum, dass Musik ein Ausdrucksmittel ist. Der Beweis dafür ist, dass es Stücke gibt, die einen traurig machen, und Songs, die witzig sind oder einen zum Tanzen bringen. Da kommt was 'rüber – Gefühle, Gedanken, Ideen werden vermittelt. Es gibt verschiedene Arten der Kommunikation: Körpersprache, Gestik bzw. Mimik, gesprochenes oder geschriebenes Wort. Geschriebenes Wort, Bilder, Schilder oder Kunst sind optisch, und Musik ist eben auditiv. Man hat aber dennoch kleine Bestandteile und simple Gesetzmäßigkeiten – vergleichbar mit Buchstaben, Worten, Satzbau usw. So ein rhythmisches Alphabet zu finden und sich erst mal diesen Überblick zu verschaffen, war die Herausforderung. Fast alle Lehrwerke sind so aufgebaut, dass sie dir ganze Sätze anbieten, mit denen man dann zurechtkommen soll – wie zum Beispiel in diesen Fremdenführern, in denen dann steht: 'Can you tell me the way to the train station?' oder, auf Musik übertragen, eben ein Rockfill, das immer passt. Man weiß aber meist gar nicht wirklich so genau, was man da gerade sagt, kann nur hoffen, dass es passt und genau die Antwort kommt, die auch im Wörterbuch drunter steht. Sonst weiß man wieder nicht weiter. Aber das geht in der Praxis fast immer in die Hose. Kein Mensch antwortet in London auf der Straße wie im Wörterbuch, und kein Song hält sich strikt an Standards. Man muss schon wissen, was man sagt, und die Sprache an sich verstehen, um sich wirklich frei bewegen zu können, sonst hat man immer Standards im Kopf, die dann nicht unbedingt zu dem passen, was in der Praxis angesagt ist. Im Grunde ist es genau dieses 'Passen' oder 'Nichtpassen', welches was man als musikalisch oder unmusikalisch empfindet. Mancher spielt mitunter etwas, bei dem man sich fragt, was das denn jetzt gerade sollte [lacht]. Die DVD basiert auf einem umfassenderen, flexibleren Ansatz, der einem nicht vorschlägt, Phrasen auswendig zu lernen und wiederzugeben, sondern der dir hilft, mit reicherem Vokabular selbst zu sagen, was und auch wie du es sagen willst. Ich glaube, dass die meisten eine viel genauere Vorstellung von dem haben, wie sie klingen wollen, aber es einfach nicht genauso umsetzen können, weil sie musikalisch nicht die 'richtigen Worte' finden bzw. flexibel abrufbereit haben. Genau dabei soll die DVD helfen.«

Wie ging's dann vom Ansatz aus weiter?

»Nun, systematisch gesehen braucht man erst mal diesen Überblick bzw. das 'Alphabet': Zu diesem Zweck habe ich wahnsinnig viel herausgeschrieben und versucht, alle rhythmischen Phrasen zu sammeln und zu üben, die mir in verschiedenen Stilistiken untergekommen sind, um das größtmögliche Vokabular zu bekommen. Als sie sich dann mehr und mehr gedoppelt haben, habe ich herausgefunden, dass es nicht Millionen von kleinen Phrasen sind, sondern nur 24. Das ist, wie ich finde, doch mal 'ne gute Nachricht [lacht]! Und dann gibt es eben Gesetzmäßigkeiten wie 'time', Dynamik und so weiter, die einem Worte und Satzbau ermöglichen. Das Tolle daran ist, dass jeder selbst Sprache nutzt und deshalb über diese Art der Anwendung zum Glück nicht nachdenken muss. Stell dir nur vor, ich hätte Chemie oder Physik als Vergleichsfeld genutzt - da läuft's mir kalt den Rücken runter [lacht].«

Deine DVD setzt also bei den 'Buchstaben' an, danach folgen 'Wörter' und 'Sätze'. Was wären dann für dich solche kleinsten Einheiten?

»Es gibt zwei Welten: eine ternäre und eine binäre. Aus 'zwei' und 'drei' ist alles Größere zusammengesetzt. Vor diesem Hintergrund habe ich also versucht, sozusagen die DNS von Rhythmus zu synthetisieren, aber eben Phrasen gebildet, die praxisnah sind, und erst einmal mit Blökken aus vier und drei Noten angefangen. So habe ich nach und nach 24 kurze Phrasen aufgestellt – kleine, feine 'Buchstaben', aus denen sich nahezu alles zusammensetzen lässt. Wenn man diese Dinge mit allen 'Dialekten', sprich Rudiments, Unabhängigkeit in der Bassdrum usw., übt, zu längeren Phrasen und letztendlich zu Texten zusammensetzt sowie ein Gefühl dafür bekommt, wann man was einsetzen kann, dann hat man schon einiges erreicht. Ich kann's hier nur mit Worten umreißen, aber auf der DVD wird alles anschaulich demonstriert. Das Ziel ist wie gesagt, dass man mehr Freiheit sich auszudrücken erlangt.«

Können wir uns mal eines von den 24 Elementen genauer anschauen? »»Ja, klar. Nehmen wir zum Beispiel zwei aufeinanderfolgende Schläge in einer Vierergruppe. Sagen wir, die beiden ersten. Dann wird eine Subdivision ausgesucht, und schon hast du eine musikalische Phrase. Anschließend kannst du dir zum 'Verzieren' verschiedene 'stikkings' oder Rudiments vornehmen. So hast du im weiteren Verlauf automatisch unheimlich viele Themen mit endlosen Variationsmöglichkeiten angepackt, ohne aber den Überblick zu verlieren. Das Tolle ist, dass dadurch nämlich sämtliche Themen, die sonst immer separat behandelt werden und vorher auch für mich immer irgendwie getrennt waren, plötzlich in eine Art Reihenfolge und natürlichen Zusammenhang fallen – einfach, weil sie ja die gleiche Grundlage haben. Rudiments, Unabhängigkeit, indisches Gruppierungs- und Zählsystem, Improvisationsübungen, Handsätze usw., das alles wird von demselben Skelett getragen, besteht aus den gleichen Buchstaben. Wir haben bei etlichen Übungen, ganz karaokemäßig [lacht], auch die Phrasen eingeblendet. Selbst der fünfjährige Sohn des Regisseurs zum Beispiel konnte die ersten Übungen gleich mitklatschen. Tierisch.«

 

Wenn man sich wirklich mit den Dingen beschäftigen, sich darin zurechtfinden will, dann muss man schon den ganzen Weg gehen.

Anschließend kann man selber entscheiden, wie weit man die Sache treiben will...

»Ja, genau. Der Rahmen der Beispiele ist zwar dann 'von ... bis ...' gespannt, aber alles Sachen, die musikalisch sind und sich leicht anwenden lassen. Dieses System beinhaltet die DNS und Anwendungen davon. Man merkt schnell, wie man Ideen in Schritten vom Einfachen ins Komplexe entwickeln kann. Wichtig war mir, das System dahinter sehr verständlich zu machen, denn damit kann jeder machen, was er will. Das Zeug ist auf alle Stile anwendbar und wie mit aller Freiheit ist dann natürlich ausschlaggebend, was jeder einzelne daraus macht.«

Wenn man sich die DVD ansieht, dann fällt auf, dass du auch von Drehorten und Kameraeinstellungen her recht ausgefallene Ansichten gewählt hast, was ja eine Art Trend in den letzten Jahren geworden ist. Wie bist du persönlich da herangegangen?

»Mir war klar: wenn, dann richtig! – Als Hudson seinerzeit an mich herangetreten ist, habe ich mich erst einmal sehr geehrt gefühlt und mich darüber gefreut, jetzt endlich in dieses legendäre New Yorker Studio, wo all' die großen Videos – Steve Gadd, Steve Smith, John Scofield, Chick Corea – aufgezeichnet worden sind, zu fliegen. Schließlich ist es ja auch irgendwie meine erste 'richtige' DVD. Ich habe etwa drei Jahre Arbeit in die Produktion investiert, und außerdem hat es fast zehn Jahre gedauert, das System zusammenzustellen. Als Hudson dann mit der Idee kam, habe ich mich also erst einmal gefreut, so wie meine Vorbilder arbeiten zu können. Nachdem mir aber der Inhalt klar war und sich mehr und mehr herauskristallisierte, dass es um Themen wie 'Individualität' und 'Ausdruck' gehen würde, wurde mir auch klar, dass ich die DVD nicht genauso angehen sollte, sondern dass ich meine eigene Person, meine Individualität, ausdrücklicher einbringen muss. Also musste ich gefälligst neue Ideen zur Umsetzung haben [lacht]! – Das war zwar ein mühsamer, aber eben mein Weg. Nur weil die letzten 20 Jahre lang Lehr- DVDs auf eine bestimmte Art und Weise gemacht wurden, heißt das ja nicht, dass es immer so sein muss. Mein Ansatz wurde natürlich zunächst recht kritisch beäugt, weil die Sache dadurch letztlich ja auch viel teurer wurde. Aber vor allem Jojos DVD [Jojo Mayer: 'Secret Weapons...'] hat da definitiv etwas verändert und Türen aufgemacht. Ich habe mich immer schon gefragt, warum, wo die DVD doch ein visuelles Medium ist, nicht auch Elemente benutzt werden, die in visuellen Medien Gang und Gäbe sind: unterschiedliche Drehorte, Schnitte und so weiter. Wenn man etwas Jazziges demonstriert, warum kann man sich nicht die Zeit nehmen, ein Jazzset aufzubauen und entsprechend zu stimmen? Für den Zuschauer dauert das dann ja letztlich im Film nur eine Millisekunde, hat aber eine ganz andere Qualität.
Die Antwort ist eigentlich stets dieselbe: Der Aufwand ist größer, und der finanzielle Rahmen muss wesentlich weiter gesteckt werden. Bei der Länge, die DVDs mittlerweile zwischen drei und sechs Stunden haben, leuchtete es mir noch weniger ein, warum man sich ein und dasselbe Set plus ein paar Kameraeinstellungen in der selben 'location' über die ganze Zeit anschauen sollte. Das Ding musste also eine Kreuzung aus 'education' und Filmqualität sein. Schließlich bin ich Filmfan und stehe total auf zum Beispiel die Coen-Brothers. Also bin ich an eine Produktionsfirma herangetreten und habe nach diesem speziellen 'look' gefragt – und nicht nach kalter Studioatmosphäre. Natürlich waren wir auch in tollen Studios, zum Beispiel im Orchesterstudio der Hochschule in Hamburg oder den Mendelssohn-Saal, aber es gibt eben auch viele Sachen, die draußen spielen – irgendwo in Deutschland, in den Alpen oder im Wald, wo ich die Rudiments auf einem abgesägten Baumstamm spiele, was übrigens eine Sch***idee war, denn die Hände finden das nicht so toll [lacht]. Aber das war dann eben mein Problem. Der Zuschauer wird das natürlich nicht merken, und ich kann nur empfehlen, es lieber entspannt auf dem Pad zu machen anstatt auf Holz im kalten Wald [lacht].«

Benny Greb

Wie lang wird die DVD jetzt schlussendlich sein?

»Es ist eine Doppel-DVD geworden, voll mit Zeug, und die Spielzeit wird über drei Stunden betragen. Dazu gibt's dann natürlich auch ein komplettes 'ebook', in dem alle Übungen der DVD in Form von pdf-Dateien, die man sich ausdrucken kann, ausnotiert sind. Das Schöne ist, dass man sich die DVD aber auch einfach von vorne bis hinten angukken kann, ohne nach einer Stunde bereits vom Sound oder der 'location' gelangweilt zu sein. Wir sind einfach ständig woanders. Die Umgebung, das Licht, der Sound, das Set – so ziemlich alles ändert sich je nach Kapitel, was einfach Spaß macht und den Zuschauer frisch hält, obwohl es 'ne Menge Material ist. – Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass man sich früher mit Trommlerfreunden getroffen und mit Popcorn usw. Videos von vorne bis hinten reingezogen hat, wofür man schon hart drauf sein musste [lacht]. Aber in letzter Zeit sind solche Geschichten mehr oder weniger komplett verlorengegangen, da sich teilweise nur der Umfang, aber eben nicht die grundsätzliche Machart im Vergleich zur VHSKassette verändert hat. Das finde ich schade. Ich meine: Wer trifft sich schon mit Kumpels und liest den kompletten Brockhaus durch? Aber gerade bei DVDs geht's doch darum, eben kein 'abgefilmtes Buch' mit Kapitel 110, 111 und 112 usw. und nur einer einzigen Kameraeinstellung zu haben, sondern darum, die Stärken des Formats auch nutzen zu können. Vielleicht wird es in absehbarer Zukunft auch noch ein Buch geben, in dem dann noch mehr Kombinationen, ein paar Playbacks und solche Sachen drin sein werden. Die DVD soll jetzt jedenfalls kurz nach der NAMM-Show, spätestens im Februar, erscheinen. Dann wird es wahrscheinlich noch ein paar Wochen dauern, bis sie in Europa auf dem Markt sein wird.«

Wie siehst du die allgemeine Zukunft des Mediums DVD?

»Ich denke, der Trend geht im Moment dahin, dass Leute verstärkt versuchen, ihre Sachen im Internet 'downloadable' zu machen. Fast selbstverständlich bekommt man dann aber Probleme mit Themen wie 'Kopierschutz' und natürlich auch 'Qualität' – wobei ich denke, dass sich die Qualität in der Zukunft sicher noch verbessern wird. Allein YouTube hat ja jetzt schon den 'watch in high quality button'. Also sollte das kein allzu großes Problem sein. Ich persönlich bin aber in dieser Hinsicht eher konservativ und mag es einfach, etwas Materielles in den Händen zu haben. Ich habe immer den Eindruck, die Sachen verlieren etwas an Wert, wenn sie gänzlich auf Nullen und Einsen reduziert werden. Aber was weiß ich, wo meine Sachen in dreißig Jah ren so herumschwirren werden – in welchen Medien, in welcher 3D-Kamera oder in welchem Mikrochip im Hirn?! – Von der inhaltlichen Seite ist es jetzt schon zu beobachten, dass der 'content' in allen Industriezweigen, seien es Fernsehen, Nachrichten, Musik oder was auch immer, mehr und mehr portioniert wird. Es geht also in Richtung Drei-Minuten-Clips anstelle von Drei-Stunden-Videos. Dementsprechend wird auch konsumiert. Für solche Sachen muss die Information natürlich entsprechend aufbereitet werden. Diese Herangehensweise hat zwar den Vorteil, dass die Information konzentriert wird und somit ein enormes Tempo entsteht, auf der anderen Seite – das ist der Nachteil – geht aber zwangsläufig die Tiefe verloren. Das gilt sowohl für Printmedien versus Fernsehnachrichten als auch für die Videos im Netz, die entsprechend geschnitten werden.
Anstatt sich ein Video oder eine DVD zu kaufen, wird auf YouTube- Clips zurückgegriffen. Diese Entwicklung sehe ich zumindest. In Zukunft wird der Inhalt also noch mehr portioniert werden. Es gibt schon heute Clips, die in den berühmten drei Minuten oder weniger zum Beispiel die Snaretechnik abhandeln wollen. Es geht also keinesfalls mehr um ein umfangreiches Konzept, wie Jojo es zum Beispiel verfolgt hat. Es ist schlichtweg undenkbar, auch nur einen Teilbereich aus dieser DVD in einem Drei-Minuten-Clip abzuhandeln. – Auch das gilt übrigens für eine Sprache, denn es ist natürlich sehr viel einfacher, lediglich ein paar Phrasen auswendig zu lernen als eine ganze Sprache, den Humor und solche Dinge. Das braucht einfach viel mehr Zeit. Aber wenn man sich wirklich mit den Dingen beschäftigen, sich darin zurechtfinden will, dann muss man schon den ganzen Weg gehen. Alles andere hat keinen Sinn! Das Tolle ist, dass – wenn man ein System und den Durchblick hat – alles viel einfacher ist, als man gedacht hat. Das ist doch sehr befreiend [lacht].«

Gerade bei DVDs geht's doch darum, kein 'abgefilmtes Buch' […] zu haben, sondern darum, die Stärken einer visuellen Präsentation nutzen zu können.

Gibt's auch Bonusmaterial?

»Ja, sicher. Ich habe schließlich über die letzten Jahre recht viel Material gesammelt, unterwegs immer eine Kamera dabei gehabt und einiges in Neuseeland, China, Australien, Amerika, Kanada, England und so weiter aufgenommen. Da ist schließlich vieles passiert, und davon gibt's nun eine Dokumentation in der 'bonus footage'. Alles Sachen, die viel zu schade für YouTube gewesen wären [lacht]! So bekommt man also in der Summe ein ganz unfangreiches Bild dessen, was ich so mache, und auch davon, was so rechts und links passiert. Zum Bonusmaterial gehört aber auch ein 'special', wo ich mir zum Beispiel angeguckt habe, wie Becken, vor allem mein demnächst auf den Markt kommendes Signature- Ride, und Sticks gemacht werden. Zusätzlich wird auch eine Performance mit Johnny Rabb drauf sein. Ganz viel verschiedenes Zeug, etwa zwei Drittel der zweiten DVD. Da kann man sich schon drauf freuen!«

Gab's beim Dreh 'besondere' Situationen?

»Ach, bei so einem großen Projekt gibt es viele Situationen, mit denen man eben spontan und flexibel umgehen muss. Insgesamt lief aber eigentlich alles sehr gut, sodass ich nichts wirklich Peinliches berichten kann. Spannend sind Situationen, in denen man aufnehmen will – zum Beispiel bei der Brassband in dem schönen Mendelsohn-Saal – und man dann feststellt, dass im Nebenzimmer gerade die Wand mit einem Presslufthammer aufgemeißelt wird. Als der Produzent Christopher Klemme von Goldkanal bereit war, mit hochgekrämpelten Ärmeln und beherzter Autorität dem Bauarbeiter die Meinung zu sagen und dann plötzlich vor einer zierlichen Frau mit Presslufthammer in der Hand stand, war es schon eindrucksvoll, wie diplomatisch und einfühlsam die ganze Sache dann doch besprochen wurde [lacht]. Im Endeffekt muss man sich freuen, wenn im Baugewerbe die Emanzipation jetzt auch endlich angekommen ist. Eigentlich ist immer am interessantesten, wenn es halt nicht so wie gedacht läuft. Wenn man beispielsweise draußen dreht, ist man auch vom Wetter, den Insekten und den Lichtverhältnissen abhängig. Aber Erfahrung ist eben das, was man bekommt, wenn man nicht das bekommt, was man ursprünglich wollte. Aber letztlich haben sich die Mühen gelohnt, und ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden und sehr, sehr froh, dass ich das alles überhaupt machen durfte. – Aber erst mal muss ich sagen, dass ich so was auch bestimmt nicht so schnell noch einmal mache [lacht].«

INTERNET

Weitere Infos gibt es unter:
www.bennygreb.de


DVD Benny Greb»The Language Of Drumming«

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