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Franklin Vanderbilt

Kravitz’ Prinz Groove

Royal Prince Franklin Vanderbilt, so lautet sein vollständiger Name, hat stets den Schalk im Nacken und ist immer zu einem Spaß aufgelegt. Doch natürlich nicht nur das: Als Drummer liefert er stets einen sehr individuellen, höchst dynamischen Groove und vieles mehr.

Franklin Vanderbilt
Franklin Vanderbilt

Wir haben Franklin Vanderbilt, nicht allein aufgrund seiner Körpergröße eine sehr eindrucksvolle Erscheinung, auf der aktuellen »Black and White America«-Tour seines derzeitigen Arbeitgebers Lenny Kravitz getroffen und uns mit ihm über eine abwechslungsreiche musikalische Vergangenheit und die gegenwärtigen Anforderungen bei Mr. Kravitz unterhalten. Dabei wurde eines mehr als deutlich: Franklin Vanderbilt fühlt sich ganz offenkundig pudelwohl in seiner Haut. Kein Wunder, kann er doch beruflich immer noch das tun, was er bereits als Jugendlicher am liebsten gemacht hat: mit ganzer Seele Schlagzeug spielen. Diese Leidenschaft ist nie verblasst. Jedoch haben sich Vanderbilts Kenntnisse und Fähigkeiten seit den frühen Tagen natürlich massiv entwickelt: Legenden wie Chaka Khan, Richie Kotzen, Stanley Clarke und sogar ein Stevie Wonder konnten zwischenzeitlich ihre Liedchen da­von singen. Doch freilich ist Vanderbilts derzeitiger Job bei Lenny Kravitz ein ganz besonderer – nicht allein, was das Musizieren, sondern auch, was die optische Erscheinung der Musiker angeht. Ladies and Gentlemen: Mr. Royal Prince Franklin Vanderbilt! 

Wie so viele andere hast du sehr früh mit dem Schlagzeugspielen angefangen und mit fünf Jahren Töpfe und Pfannen in der Küche deiner Eltern bearbeitet. Was hat dich dazu gebracht?

»Ja, genau so war’s [lacht]. – Vielleicht sollte ich noch voranschicken, dass mein erstes wirklich großes Vorbild in fast allen Belangen mein Vater war. Er spielte Saxophon. Um ehrlich zu sein, hat er mir jedoch damals verboten, auf den Sachen herumzutrommeln [lacht] – aber ich habe natürlich nicht aufgehört. Irgendwann hat er aufgegeben [lacht]. Als ich etwas älter war, drückte er mir einige Schallplatten in die Hand. Auch das Radio spielte in der Anfangszeit eine wichtige Rolle für mich. Gil Scott Heron, Curtis Mayfield, Isaac Hayes, Barry White, Temptations, Rolling Stones, Steely Dan, Bill Withers, Earth, Wind and Fire, das waren die Sachen, auf die ich gestanden habe. Ich hatte natürlich keine Ahnung, wer die jeweiligen Drummer waren, aber ich habe dennoch versucht, das zu kopieren, was ich hörte. Ich habe mich also an mein Ludwig-Set, das ich damals bereits hatte, gesetzt und getrommelt, was das Zeug hält.«

Du bist ja auch in Chicago, der Heimatstadt von Ludwig, geboren...

»Ja, genau, und zu dieser Zeit war Ludwig einfach der Name in Chicago. Einige Zeit habe ich so mit dem Radiohören verbracht – mit dem kleinen Radio, das meine Großmutter mir gekauft hatte, auf meiner Fensterbank. Von Seiten der Drummer haben mich Bernard Purdie, James Gadson, Fred und Maurice White und natürlich John Bonham und Charlie Watts beeinflusst, weil ich sie ständig gehört habe – nur, ich wusste es halt nicht [lacht].«

Das ganze Interview findet Ihr in drums&percussion März/April 2012 ab Seite 16.