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Todd Sucherman

Der Gentleman unter den Superdrummern

Auf seiner letztjährigen Workshoptour haben wir im Karlsruher »Rock Shop« einen sehr relaxten Todd Sucherman zum Interview getroffen. Am Set explodierte der Styx-Drummer jedoch förmlich und lieferte einen Workshop ab, bei dem es kaum jemanden auf seinem Sitz hielt.

Sucherman, der seit Mitte der Neunzigerjahre vor allem durch seine Arbeit bei der amerikanischen Band Styx bekannt geworden ist, wuchs seinerzeit recht behütet in einer musikalischen Familie auf. Sein Vater war – wie sein Sohn heute – Schlagzeuger und spielte in den Vierziger- und Fünfzigerjahren mit Sammy Davis Jr. sowie anderen Größen einer Zeit, in der vor allem Swing angesagt war. Sein Vater sei kein großartiger Techniker gewesen, sagt Sucherman zu Beginn des Interviews, aber er habe einfach Swing und Groove gehabt: »Von ihm habe ich meine ersten Schritte am Set gelernt, und er unterstützte mich immer. Über meinen Vater lernte ich natürlich auch viele Musiker kennen, mit denen er gearbeitet hatte, und das war schon eine tolle Kindheit.«

Macht dir eine Workshoptour nach so vielen Gigs mit Styx eigentlich noch Spaß?
»Für mich ist das wie eine Frischzellenkur, und ich genieße die Zeit, in der ich ganz alleine lediglich trommeln muss. Es macht Spaß, nur von Drummern umgeben zu sein. Das einzige Thema sind Trommeln. Was will man denn mehr? Ich liebe diese Situationen, da ich mich vollends einem Thema widmen und so auch Stoff für die nächste DVD sammeln kann. Die ersten beiden DVDs waren recht erfolgreich, und neue Themen sind derzeit in Planung. Ich liebe diesen Erfahrungsaustausch mit anderen Musikern und Drummern, die ich den USA oder Europa treffe. Das ist schon großartig, und ich genieße somit Möglichkeiten, die nicht jeder hat. Natürlich ist es schwer, von zu Hause fort zu sein – erst recht jetzt, wo meine Tochter noch so klein ist. Aber das gehört nun mal zum Los eines Musikers. Auf der anderen Seite ist die Freundschaft unter Drummern einfach faszinierend: Du siehst am Flughafen jemanden mit einer Beckentasche oder einem Stickbag, du sprichst ihn an, und schon hast du einen neuen Freund. Bei Gitarristen kommt so etwas nicht vor!«

Das ganze Interview findet Ihr in drums & percussion März/April 2015 ab Seite 20.