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Florian Alexandru-Zorn

Der Besenflüsterer

Er ist noch keine dreißig Jahre alt, hat aber hat bereits drei Lehrbücher und aktuell auch schon eine DVD auf dem Markt. Florian Alexandru-Zorns Spezialgebiet sind die Besen und alles, was man damit anstellen kann – und das ist bei weitem mehr als nur Jazz.

Florian Alexandru-Zorn
Florian Alexandru-Zorn

Wir haben Alexandru-Zorn zu einem Gespräch über die Produktion seiner ersten DVD »The Brush Secret« getroffen, welche über den Alfred-Verlag erscheint und ein weiteres Mosaiksteinchen in der Karriere des noch jungen Schlagzeugers darstellt. 

Wann hast du die Besen für dich entdeckt und wie kam es  zu den Ideen für die Lehrbücher bzw. nun die DVD?

»Die Besen habe ich sehr früh für mich entdeckt, eigentlich gleich in der Phase, in der mir der Jazz immer mehr ans Herz wuchs. Mit 18 Jahren habe ich den polnischen Gitarristen Romuald Erenc kennengelernt. Er suchte einen Schlagzeuger für ein Duoprojekt, um seine Kompositionen zu spielen – klassische Gitarre, Schlagzeug, vertrackte Rhythmen und ein ›jazzy‹ Background. Die Kombination der Instrumente erforderte natürlich ein entsprechend leises Spiel von meiner Seite, und daher kamen die Besen ins Spiel. Allerdings bin ich recht schnell an meine spielerischen Grenzen gestoßen, was wiederum meinen Ehrgeiz geweckt hat. Ich hab dann speziellen Unterricht bei unterschiedlichen Professoren genommen, und nahezu jeder hat mir erklärt, dass die Besen eher ein Nischendasein führen und ein Spezialgebiet sind, das noch viele Geheimnisse in sich birgt. Ich hab dann Sachen herausgeschrieben, YouTube genutzt und mich in die Materie eingearbeitet – von Art Blakey über Elvin Jones, Ed Thigpen bis in die heutige Zeit mit Jeff Hamilton, Jojo Mayer usw. Mir war dann schnell klar, dass das Besenspiel weniger patternbasiert aufgebaut ist, sondern eher darauf beruht, bestimmte Stickings mit Brushes umzusetzen. Was mir damals sehr geholfen hat, war die Methode von Andy Gillmann, der sich ja bereits intensiv mit den Besen beschäftigt hatte. Ansonsten ging es einfach um ausführliches Üben, darum, YouTube-Videos intensiv zu studieren und Augen und Ohren offen zu halten für alles, was mit den Besen zu tun hatte bzw. hat.«

Du hast bereits während des Studiums dein erstes Lehrbuch zu diesem Thema, »Die Kunst des Besenspiels«, verfasst, das 2008 erschienen ist.

»Genau, direkt im ersten Semester. Ich hatte halt all die Übungen notiert, mit denen ich arbeitete, und dachte, dass es eigentlich schade wäre, wenn nur ich diese nutzen würde. Daher habe ich diverse Verlage kontaktiert, mein Konzept vorgelegt, und im März 2008 das Okay vom Alfred-Verlag bekommen. Dann mussten noch die Videos zum Buch gedreht werden, da auf jeden Fall eine DVD beiliegen sollte. Im Oktober kam das Teil dann auf den Markt. Die Aufnahmen waren extrem wichtig, da man bei den Besen unbedingt sehen sollte, was wie gespielt wird, da alle Zeichnungen und Noten nun mal nicht so hilfreich sind wie ein kurzer Film. In knapp sechs Monaten, sprich, einem weiteren Semester, war aber alles fertig, und darauf bin ich schon stolz.«

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Das ganze Interview findet Ihr in drums&percussion Mai/Juni 2012 ab Seite 38.