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Bernard »Pretty« Purdie

»Lass sie tanzen!«

Wenn es um Groove geht, dann wird ein Name immer wieder genannt: Bernard »Pretty« Purdie. Das hat seinen guten Sinn, denn immer wenn man einen amerikanischen Soul-, Funk- oder Bluesklassiker aus der Hochzeit dieser Genres hört, dann trommelt mit erhöhter Wahrscheinlichkeit Mr. »Pretty« Purdie.

Die Zahl der Aufnahmen, an denen Bernard »Pretty« Purdie mitgewirkt hat, ist schwindelerregend. Ob sie sich nun bei 3000 oder 4000 einpendeln mag, bei diesem Umfang macht das schon fast keinen Unterschied mehr. Jedenfalls darf Purdie wohl mit Fug und Recht behaupten, »The World’s Most Recorded Drummer« zu sein – auch wenn das immer ein Streitfall bleiben wird, da das mit den Credits nicht zu allen Zeiten ganz so selbstverständlich gewesen ist. Viel wichtiger ist die Frage, was ihn in diese Position gebracht hat. Sein unverwechselbarer Groove, diese Antwort steht wohl unumstößlich fest. Und diesen demonstriert der Meister nicht nur beim selbst schon legendären Purdie-Shuffle, sondern bei jeder Gelegenheit, bei der er die Sticks in die Hand nimmt. Dabei sind es meist nicht viele Schläge, die Purdie braucht, um seine Botschaft ganz unmissverständlich an sein Publikum zu senden: Bewegt gefälligst eure Hintern! Und das lassen sich weder Publikum noch Purdie selbst zweimal sagen. Auch er ›tanzt‹ nämlich gerne am Set, dass allein das Zuschauen schon eine ansteckende Freude ist – und da haben wir vom Zuhören und Analysieren noch gar nicht gesprochen. Solche Dinge spielen nämlich nicht unbedingt die erste Geige, wenn man Bernard Purdie zuhört. Es ist vielmehr das Gesamtpaket, das den unwiderstehlichen Sog seines Drummings ausmacht.

Besonders in den frühen Siebzigerjahren machte Purdie in der Band von Soullegende Aretha Franklin (Stichwort: »Rock Steady«) von sich reden, aber einzelne Höhepunkte aus seiner glanzvollen Karriere herauszupicken, verbietet sich im Grunde – es gibt einfach zu viele. So viele Tracks, die Purdie mit seinem Drumming veredelt, eingespielt oder mit Overdubs versehen und damit dafür gesorgt hat, dass sie »funktionieren«, sind unumstößliche Klassiker geworden, die man auch in Jahrzehnten noch hören wird und die auch dann ihre Wirkung sicherlich nicht verfehlen werden.

Im vergangenen Jahr hat Bernard Purdie seine Lebensgeschichte und die tausend kleinen Histörchen am Rande zu Papier gebracht und das Ganze unter dem Titel »Let the Drums Speak - The Life Story Of The World’s Most Recorded Drummer« veröffentlicht (übrigens ein absolut lesenswertes Buch, wenn man die Geschichte und Bedeutung der Soulmusik in den späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahren nachvollziehen möchte). Nach einem langen Unterrichtstag beim »Drums And Percussion«-Festival in Paderborn hat sich Bernard »Pretty« Purdie für unsere kleine Unterhaltung Zeit genommen.

Das ganze Interview findet Ihr in drums&percussion November/Dezember 2015 ab Seite 10.


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