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Aaron Solowoniuk

Ein Viertel Billy Talent

Billy Talent gehört derzeit zu den wohl angesagtesten Rockbands überhaupt. Die Kanadier haben mit letzten Album, »Dead Silence«, schließlich eine der erfolgreichsten Platten des vergangenen Jahres vorgelegt und befinden sich seither auf einer ausgedehnten Tour rund um den Erdball.

Aaron Solowoniuk
Aaron Solowoniuk

Begonnen hat das Quartett jedoch als klassische, kleine, chaotische Highschoolband. Seit den Anfangstagen hat sich an der Besetzung nichts geändert, und so sitzt Aaron Solowoniuk nach wie vor am Drumset. Die vier Musiker sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die ihren Weg nie aus den Augen verloren hat. Der weltweite Erfolg und Millionen kreischender, zumeist junger, Fans geben ihnen lautstark Recht.

Selbst von einer Multiple-Sklerose-Erkrankung und einer Operation am offenen Herzen hat sich Solowoniuk nicht von seinem Weg, der untrennbar mit dem der Jungs verbunden ist, abbringen lassen und treibt die Band nach wie vor mit diebischer Freude und mächtiger Energie voran.

Billy Talent ist seit der Highschool als Band zusammen. Wie ging’s eigentlich bei dir mit dem Schlagzeugspielen los?


»[Lacht]. – Ich erinnere mich noch ganz ganz genau, wie ich schon als Kleinkind auf meinem Bett gesessen und mir Bands reingezogen habe. Dazu gehörten AC/DC, The Cult und eine Band aus Kanada, die Tragically Hip hieß. Dabei habe ich immer wie wild auf meinen Oberschenkeln herumgetrommelt. Die Beats waren ja relativ leicht nachzuvollziehen [lacht]. Das hat mich ziemlich fasziniert. Unterricht habe ich aber keinen genommen. Später habe ich ein Drumset gemietet, das ich im Keller meines Elternhauses aufgestellt habe. Die erste Band, in der ich dann gespielt habe, hieß The Screaming Hungarians, eine Thrashband. Ich hatte nur eine 16˝ Standtom, aus der ich mehr schlecht als recht eine Bassdrum gemacht habe. Dazu gab’s Hihat und Snaredrum. Das war’s. Wir haben uns – völlig verrückt – einfach die Seele aus dem Leib gebrüllt. Eine Struktur oder so was gab’s natürlich nicht [lacht], aber wir haben hübsche Kellerpartys veranstaltet. Danach kam die erste Band mit Jon  [Jonathan Gallant, heute Bassist bei Billy Talent] und Ben [Benjamin Kowalewicz, heute Sänger bei Billy Talent]. Die hieß To Each His Own. Später kamen noch ein paar andere Jungs dazu – aber immer noch kein Fokus oder so was. Es war einfach verrückt. Danach ging’s dann mit Pezz, dem direkten Vorläufer von Billy Talent, los. Da war ich 17, heute bin ich 38. 21 Jahre in der gleichen Band. Wow!«

Die meisten Schulbands brechen ja irgendwann auseinander...

»Dass wir so lange zusammen sind, liegt wohl daran, dass wir immer schon die gleichen Ziele hatten. Es gab niemanden in der Band, der heimlich Wissenschaftler oder so was werden wollte. Wir haben fünfmal die Woche im Keller von Ians [Ian D’Sa, heute Gitarrist bei Billy Talent] Elternhaus geprobt. Das geschah aber nie mit einem Zwang, sondern wir haben’s einfach gemacht, ohne je darüber sprechen zu müssen. Wir haben zu der Zeit die ersten Konzerte in kleinen Sälen organisiert, die wir gemietet hatten. Das war alles Do-it-yourself-Zeug. Wo wir herkamen, da gab’s einfach keine Örtlichkeiten, an denen du hättest auftreten können. Dazu kam die Tatsache, dass wir in der Schule trotz schlechter Coverversionen [lacht] sehr angesagt waren – auch, weil wir die einzige Band in der Schule waren [lacht]. Wenn man das alles heute betrachtet, ist es schon ziemlich abgefahren, immer noch in dieser Band und jetzt mit diesem Erfolg Musik machen zu können. Zwischen mir, Jon und den anderen gibt es diese ganz tiefe Verbindung, eine besondere Chemie. Sie gehört einfach zu uns.«

Das ganze Interview findet Ihr in drums&percussion September/Oktober 2013 ab Seite 16.


drums&percussion September/Oktober 2013

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