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Jack DeJohnette

»Musik ist immer Weltmusik«

Kaum einer prägt das internationale Jazzgeschehen in den letzten 50 Jahren so nachhaltig wie Jack DeJohnette. Ellenlange Listen von legendären Alben dokumentieren seinen einzigartigen Weg. Aktuell war DeJohnette mit dem Spring Quartet und seinem Trio unterwegs.

Jack DeJohnette
Jack DeJohnette

Kürzlich ist DeJohnette 70 Jahre alt geworden, aber das merkt man dem hageren Mann, der damals, in den Sechzigern, auf Miles Davis Höllenritt namens »Bitches Brew« eine besondere Duftmarke hinterließ und anschließend eine vergleichslose Karriere hinlegte, nicht an. Vielmehr wirkt DeJohnette immer noch jugendlich. Das hat natürlich auch und gerade mit der Musik zu tun, die er spielt: Jazz. Wenn auch mancher hierbei zusammenzucken, der andere vor Ehrfurcht auf dem Boden herumkriechen mag, ist DeJohnettes Einschätzung der Sachlage ganz nüchtern: Jazz sei einfach weltoffene und spontane Musik, sagt der Mann, dessen Touch, also die Art und Weise, wie er Becken und Trommeln zum Klingen bringt, legendär ist. Das klingt doch mal ganz sympathisch. Wir haben DeJohnette bei einem Konzert mit The Spring Quartet – Joe Lovano (sax), Esperanza Spalding (b) und Leo Genovese (p) – in London für euch exklusiv treffen dürfen.

Gibt es bei all den legendären Aufnahmen, auf denen du gespielt hast, eine zentrale Erfahrung, die du gemacht hast?

»Das Wesentliche ist im Grunde, dass es immer an den Leuten hängt, mit denen du arbeitest – und an der Richtung, in die du dich bewegen möchtest bzw. wie die ganze Sache klingen soll. Bei ›Music for the Fifth World‹ [1992] z.B. wollte ich meinen amerikanischen Wurzeln Tribut zollen und mich zudem mit der elektronischen Seite der Musik auseinandersetzen. Um das zu erreichen, wollte ich zwei Drummer und zwei Gitarristen dabei haben. Deswegen habe ich John Scofield und Vernon Reid an den Gitarren sowie Will Calhoun und mich selbst fürs Drumset ausgewählt.«

Du hast also bei solchen Projekten ein festes Konzept im Kopf, bevor’s losgeht?

»Ja, sicher. Ich habe die Musik auch speziell für diese Musiker geschrieben. Es geht um die Konversation zwischen diesen Musikern. Ungerade Metren spielten auch eine sehr wichtige Rolle. Will spielte ›pocket‹, und ich habe das Ganze sozusagen koloriert. Manchmal war’s aber auch umgekehrt.«

Das ganze Interview findet Ihr in drums&percussion September/Oktober 2014 ab Seite 16.


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