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25 Jahre Percussion Creativ e.V. und Teacher-Tage

Die größte Schlagwerkerfamilie Europas

Seit einem Vierteljahrhundert ist Percussion Creativ e.V. der größte Dachverband für Schlagwerker in Europa. Das musste gebührend gefeiert werden, und daher hob man bei den 9. Teacher-Tagen Mitte November in der Bayerischen Musikakademie in Hammelburg die Gläser – und Stöcke.

Mehr als 1000 Percussionisten sind Mitglied bei Percussion Creativ. Das war in den Anfangstagen natürlich noch anders, und es waren damals gerade die wenigen Mittel und das große individuelle Engagement, die zur Gründung des Vereins führten, der sich ursprünglich als eine Dependance der amerikanischen Percussive Arts Society (PAS) begriff. Damals war es vor allem Prof. Hermann Schwander, der die Geschicke bei Percussion Creativ lenkte, denn er organisierte 1986 das erste »Deutsche Schlagzeug-Symposium « in Nürnberg. Von Anfang an standen die Zeichen auf inhaltliche Vielfalt – eine Ausrichtung, die bis heute geblieben ist und die auch bei den mittlerweile 9. Teacher-Tagen, der alle zwei Jahre stattfindenden Weiterbildungsveranstaltung für Lehrer und Percussionsbegeisterte aller Couleur, wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde: Vom klassischen, symphonischen Schlagzeuger in allen Bereichen bis hin zum experimentellen Musiker und natürlich Drumsetspieler wie Percussionisten ist bei Percussion Creativ alles betont gerne gesehen, denn es geht freilich immer darum, gemeinsame (!) Interessen zu vertreten – und derer gibt es selbstredend einige. Zu seiner Ansprache hatte sich Prof. Hermann Schwander, das aber nur am Rande, sogar eigens in den Originalanzug, den er bei der Geburtsstunde des Vereins getragen hatte, geworfen. Respekt!

Heute ist Udo Dahmen, der kürzlich übrigens seinen 60. Geburtstag feierte, bekanntlich Vorsitzender von Percussion Creativ (und vieles mehr), und auch er ließ in seiner Rede nicht allein seine persönliche PC-Geschichte Revue passieren, sondern wagte auch gleich einen Blick in die Zukunft: »Wir wollen noch mehr Mitglieder haben und uns noch internationaler vernetzen, damit wir unsere Arbeit noch besser machen können.« Auch internationale Gäste waren zum Festakt gekommen, allen voran Steve Houghton (PAS), sowie Prof. Martin Maria Krüger, seines Zeichens Präsident des Deutschen Musikrates. Musikalisch wurde der Festakt umrahmt von Bundesbeat, dem PC-eigenen Percussionsensemble unter der Leitung von Prof. Johannes Fischer – das Ensemble spielte übrigens unter anderem ein sehr unterhaltsames Stück auf Feuerzeugen – sowie dem »Three Ways One Room«-Ensemble aus Johannes Fischer, Matthias Kaul und Jost Nickel und der Schlagzeugmafia aus Mannheim. Abschließend ging’s an den gemütlichen Teil des Abends, und zwar in den Felsenkeller der Bayerischen Musikakademie in Hammelburg – einem durchaus ›besonderen‹ Versammlungsort für die über 120 Teilnehmer der Tea cher-Tage, denn neben allem fachlichen Austausch sind es natürlich gerade die lockeren Gespräche am Rande, die das Flair dieser Veranstaltung ausmachen. Hier spielte die Panergy Steelband aus Österreich bis in die Nacht. Sehr praktisch war die Tatsache, dass die meisten Teilnehmer auch gleich in der Musikakademie untergebracht waren, was allenthalben für kurze Wege und ein starkes Gemeinschaftsgefühl sorgte.

Am nächsten Morgen ging’s mehr oder weniger frisch ans eigentliche Unterrichtsprogramm: Schon früh trieb Udo Dahmen mit Bodypercussion den Teilnehmern den Schlaf aus den hier und da noch etwas müden Gliedern. Hernach wurden alternativ die Clinics und Kurse von Florian Alexandru-Zorn und Andy Gillmann (Besentechnik), Claus Heßler und Mamadou Diabate (Drumset, Balaphon) und Christine Heidingsfelder (Klassenmusizieren) angeboten. Anschließend zeigte Stefan Schwarzenberger, wie man Steeldrums in den Unterricht einbinden kann, Jörg Fabig erläuterte »Neue Herausforderungen im Unterricht«, und Oliver Mann setzte sich mit Social-Media im World-Wide-Web auseinander. Nach der Mittagspause, die im nahegelegenen Klosterkomplex verbracht wurde, erläuterte Jost Nickel unter anderem die Arbeit mit dem Click, Stephan Genze die Entwicklung die Afro-Clave und deren Entwicklung zum Jazz und Rock, und Udo Dahmen setzte sich mit der Methodik und Didaktik des Schlagzeugunterrichts allgemein auseinander. Nach der Kaffeepause hielt Steve Houghton eine sehr anschauliche ›Vorlesung‹ über seine Art des Schlagzeugunterrichts und Prof. David Friedman zeigte auf überaus sympathische und unprätentiöse Art seinen Ansatz, das Vibraphon wie eine menschliche Stimme klingen zu lassen. Nach dem Abendessen ging’s zum Dozentenkonzert, und hier ließen es Claus Heßler und Mamadou Diabate, Florian Alexandru-Zorn und Andy Gillmann, Prof. Johannes Fischer, Katarzyna Mycka, Steve Houghton und Anders Astrand, Prof. David Friedman und abschließend Jost Nickel ordentlich krachen – jeder auf seine ganze eigene Art und Weise, versteht sich.

Nach einer für die meisten wohl eher wieder kürzeren Nacht bog man am Sonntag auf die Zielgerade der Teacher-Tage: Bassam Abdul-Salam verband in seinem Kurs Trommeln und Fitness, während sich Tim Pieper zeitgleich dem Rudimental- Drumming und Meiko Meissner dem Aufbau einer Sambagruppe in der Musikschule widmete. Anschließend gab’s eine Podiumsdiskussion zum Thema »Schlagzeugmusik schreiben«, denn hierin zeigen sich durchaus ganz eigene Schwierigkeiten, die es künftig zu umschiffen gilt. Timo Ickenroth präsentierte unterdessen den Einsatz von E-Drums im modernen Unterricht. Abschließend stand, und das war ohne Zweifel eine tolle Sache, das Schlussplenum für alle Teilnehmer auf dem Programm. Hier konnte man Lob und Tadel gleich vor Ort loswerden. Nach der Mittagspause ging’s dann zur Mitgliederversammlung und Beirats- und Vorstandswahl – der Vorstand wurde bestätigt und durch einen Kassierer erweitert.

Bei den Teacher-Tagen sind – aus guten Gründen – vielfach Wiederholungstäter am Werk, die mittlerweile fest zur Familie gehören. Aber dennoch kommen immer wieder neue Teilnehmer hinzu, und das ist auch gut so, denn nur so kann die Percussion- Creativ-Familie wachsen, was ihr ohne jede Einschränkung auch für die kommenden 25 Jahre und weit darüber hinaus zu wünschen ist!

Info: www.percussion-creativ.de