CDs | DVDs | Lehr-DVDs | Bücher | MP3-Downloads | Video | Fotogalerie | Facebook

Fünftes Meinl Drum-Festival

Moskau rockte!

Mit dem fünften Drum-Festival wagte die Firma Meinl einiges und organisierte zusammen mit ihrem Vertrieb OK & Company eine großartige Veranstaltung im »Palace of Youth« in Moskau.

Um es vorwegzunehmen, das Wagnis wurde belohnt und rund zwölfhundert Zuschauer ließen sich dieses Ereignis nicht entgehen. Bereits auf der Pressekonferenz mit zahlreichen russischen Journalisten und dem russischen Fernsehen konnte man das Interesse an dieser Veranstaltung spüren. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich bereits einige hundert Zuschauer im Foyer, sahen sich die Ausstellung an oder verfolgten das Pressegeschehen. Kurz nach fünfzehn Uhr wurde die Veranstaltung dann von Reinhold Meinl eingeleitet, und neben ihm hielten Oleg Kuzminich (OK & Company) sowie Norbert Saemann jeweils eine kurze Ansprache. Als Übersetzerin fungierte nahezu den ganzen Tag Julia Rynkova, die gemeinsam mit Norbert Saemann auch den organisatorischen Part erledigte bzw. über Monate im Vorfeld erledigt hatte.

Pünktlich um 15.30 Uhr enterten dann Mike Terrana und sein brandneues DrumCraft-Kit die Bühne. Er verfügt bereits über reichlich Fans in Moskau und entsprechend locker wie euphorisch wurde er aufgenommen. Er brillierte zu Playbacks, solierte, zeigte sich dabei als »rhythm beast« und beantwortete soweit möglich auch alle ihm gestellten Fragen. Nach seiner Performance erhielt er von Norbert Saemann den üblichen Drum-Festival-Preis, und die Bühne wurde für Snake von der russischen Band Naive frei gemacht. Er gab ein recht kurzes Gastspiel, 'punkte' und rockte sich durch sein Set, um dann gleich zum Flughafen zu fahren, da er noch einen Gig am Abend in St. Petersburg spielen musste.

Benny Greb
Benny Greb
Mike Terrana
Mike Terrana
Wolfgang Haffner
Wolfgang Haffner
Thomas Lang
Thomas Lang
Snake
Snake

Während der nun laufenden Autogrammstunde im Foyer wurde auf der Bühne fleißig umgebaut. Drumtech Tommy Noack waltete seines Amtes, und Georg Feltes ging noch mal die entsprechenden Kanäle an seinem Pult durch. Er war verantwortlich für den exzellenten Gesamtsound des Festivals und rückte dann auch Wolfgang Haffner entsprechend ins klangliche Rampenlicht. Haffner bot auch hier das, was er am besten kann: grooven und gute Musik mit eingängigen Melodien spielen. Viel Applaus entließ ihn in den Backstagebereich, wo er sich die Standing-Ovations für Benny Greb anhören konnte, bevor dieser auch nur einen Schlag getan hatte. Dafür hatte er seine Ansage auf Russisch gehalten und damit schon mal alle Türen und Tore geöffnet. »The language of drumming« war nun angesagt und das mit allen Facetten, die das entsprechende Alphabet zu bieten hat. Benny gab alles, erklärte und erläuterte viel, ohne dass sein spezieller Humor zu kurz gekommen wäre. Und er schaffte das, was Norbert Saemann bei den bisherigen Festivals noch nicht passiert war: Er brachte, da er heftig überzog, den Zeitplan durcheinander. Aber alle verziehen ihm, eilten erneut zu den Autogrammstunden oder deckten sich mit Meinl-Equipment und -Merchandising aus der Ausstellung im Foyer ein.

Das O.K. & Co Team
Das O.K. & Co Team

Auf die Bühne war inzwischen die 'Ballerburg' von Thomas Lang geschoben worden. Mangels Rollriser setzte man hier auf die Kraft von zwei Hubwagen, und das funktionierte ebenfalls reibungslos – wie überhaupt alles locker und leicht vonstatten ging und das Strahlen im Gesicht von Norbert Saemann immer größer wurde, je näher das Finale rückte.

Aber zuerst einmal brillierte nun Thomas Lang, der eine knappe Stunde Hochleistungsdrumming absolvierte, ohne auch nur eine Sekunde Langeweile aufkommen zu lassen. Er ertrommelte sich erneut seine Ausnahmestellung in der Drummerszene und wurde entsprechend gefeiert. Nach einer kurzen Frage-Antwort-Session holte er sich Mike Terrana als Sparringspartner auf die Bühne, um das Finale singend einzuleiten (doch, schon richtig gelesen).

Zwei Swingnummern, zwei erstaunliche Sänger und danach noch mal ein Feuerwerk an den Drums, bei dem über das Tauschen der Sets bis hin zu Sticktricks alles geboten wurde. Der Saal kochte bereits, bevor alle Beteiligten noch einmal auf der Bühne zusammenkamen und das erste Meinl Drum-Festival in Moskau bravourös zu Ende ging. Es hätte mich nicht gewundert, wenn nun draußen noch ein Feuerwerk stattgefunden hätte, aber stattdessen gab es eine wodkageschwängerte Aftershowparty mit überaus gut gelaunten Musikern, der Familie Meinl, ihren Mitarbeitern und einem mehr als zufriedenen Norbert Saemann, der erneut beweisen konnte, dass er eines der besten Drum-Festivals weltweit organisiert hat. Vashe zdorovie!

 
 

Story aus drums&percussion September/Oktober 2009