Testberichte-Archiv

Meinl B10- und B12-»Professional«-Marching-Cymbals

Meinl Goes Marching

Diesmal haben wir zum Testen Marching-Cymbals aus B10- sowie aus B12-Legierung von Meinl bekommen. Sie bestehen also aus Bronze mit zehn bzw. zwölf Prozent Zinnanteil. Auf geht‘s!

Meinl B10- und B12-»Professional«-Marching-Cymbals
Meinl B10- und B12-»Professional«-Marching-Cymbals

Beide Serien werden mit einer hochtechnisierten, computergesteuerten Hämmerung bearbeitet, was eine gleichbleibende Qualität im Klang der Cymbals sichert. Ab Werk werden die Paare tonal aufeinander abgestimmt, sodass man sicher sein kann, nur perfekt harmonierende Becken zu erhalten. Hier gibt es auch keine scharfen Beckenränder – sehr gut! Sehr sauber abgedreht, mit feinen Hammermalen und einer hauchdünnen Lackschicht versehen warten diese Cymbals nun darauf, endlich gespielt zu werden. Doch einen Moment Geduld noch! Geliefert werden alle Paare mit den bekannten, hellbraunen Meinl-Bekkenschlaufen sowie einem ›Knöchelschutz‹, einem abnehmbaren, weichen Pad an der Beckenkuppe. Im symphonischen Bereich ist es zwar eher unüblich, mit Beckenpads/Filzen zu spielen, es hat aber in der Marchingband, wenn man stundenlang Shows oder Umzüge spielt, durchaus seinen Sinn.

Fangen wir mit den B10-Becken an, zuerst das 16˝ große Medium-Paar: Es ist am leichtesten, was für den Marchingbereich schon mal sehr wichtig ist. Ein heller, silbriger Klang mit einer sehr feinen Ansprache in sehr leisen Dynamiken kommt mir aus dem Becken entgegen. Auch im lauten Bereich ist dieses Paar sehr durchsetzungsfähig, was man von Becken dieser Größe nicht unbedingt erwartet. Die Cymbals sind also sicherlich erste Wahl, wenn die Band nicht so groß besetzt ist. Kleines Manko: Für diese Beckengröße finde ich die Schlaufen ein wenig zu groß, dick und unflexibel. Sämtliche Schlaufen haben nämlich die gleiche Größe, ob für 16˝ oder 20˝ große Bekken (vielleicht werden demnächst auch mal dünnere Schlaufen für 16er-Becken angeboten?). Der 18˝-Kandidat ist für mich der Allrounder, hat natürlich etwas mehr an Gewicht und einen herrlich hellen Klang in allen dynamischen Schattierungen mit gutem Anschlag und langem Nachklang! Man sollte allerdings den Ton aus den Becken mit der Armbewegung ›herausziehen‹, da sonst die Gefahr des ›Klebens‹ und eines etwas ›abgewürgten‹ Klangs besteht (dies gilt übrigens für alle hier vorgestellten Größen).

Den gesammten Praxisreport findest Du in der aktuellen Ausgabe drums&percussion Mai/Juni 2011 ab Seite 116!