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Zildjian-News

Von hart bis zart

Neuzugänge gab es in diesem Jahr bei Zildjian im Beckenbereich insbesondere bei den Effekt- bzw. Chinacymbals. Wie diese klingen, das könnt ihr in diesem Test nachlesen.

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Es handelt sich genau gesagt um die beiden »Z3 Ultra Hammered«-Chinas in 19˝ und 21˝ sowie die Neuauflage des 22˝ großen »Swish Knockers«. Die »Z3«-Serie wird aus B20-Bronze gefertigt und wurde erstmalig 2009 vorgestellt. Sie zielt klanglich insbesondere in die Hard-’n’-Heavy-Ecke. Die »Z3 Ultra Hammered«-Chinas setzen den ohnehin schon aggressiven und durchsetzungsfreudigen Chinas der Serie noch eins obendrauf und sind trashiger. Sie sind intensiv gehämmert und besitzen eine auffällige, recht große und flache, in der Mitte nochmals nach innen ›eingedellte‹ Kuppe, die von Zildjian »Vulcano Bell« genannt wird. Die mit starken, kreisfömigen  Hammermalen bearbeiteten Profile, die ebenfalls mit großem Hammer dicht bearbeiteten, leicht aufgebogenen und ansonsten flach gehaltenen Krempen sowie die speziellen Kuppen geben den Chinas ein verschärftes und »attack«-reiches Klangbild, das sich mit Sicherheit durch sämtliche Verstärkerwände schneidet. Aber nicht nur der aggressive Höhenanteil ist das Besondere an den Becken, sie besitzen auch Fülle und Wärme (speziell das 21˝), wenn sie auf der flachen Krempe etwas sanfter angespielt werden. Bei härterer Gangart explodieren sie förmlich und verschießen akustische Blitze. Die beiden ungeraden Größen 19˝ und 21˝ ergänzen sich im Satz sehr gut, sind darüber hinaus im Brilliant-Finish gehalten und ›pimpen‹ jedes Metal-Cymbal-Set-up – und nicht nur solche – mit ›schlagkräftigen Argumenten‹.

Ganz anders gestrickt ist die Neuauflage des 22˝ »Swish Knockers«: Das Be-cken ist in der »A«-Serie beheimatet und besteht ebenfalls aus hochwertiger B20-Bronze. Es besitzt ein recht hohes Profil mit großer Kuppe, ist nur leicht gehämmert und wurde ursprünglich für Jazzdrummer wie Mel Lewis entwickelt. Der hat es damals nicht »upside down« – wie heute oftmals üblich – gespielt, sondern mit nach oben zeigender Kuppe und Krempenkante – wie ein Crash oder Ride. Tatsächlich wurde es auch eher als Crash-Ride-Cymbal benutzt, lässt es doch einen recht kehligen und gleichzeitig sensiblen Chinasound hören. Die Stockdefinition ist recht mittenbetont und, untermalt von der rauchig-fauchenden China-Klangcharakteristik, schon bei leichtem Spiel deutlich zu vernehmen. Unterstützt wird der Klangeindruck durch das feine Rauschen der 20 Nieten, die in der Biegung zwischen Krempe und Profil eingesetzt sind. Insbesondere bei leisem Spiel – z.B. mit Mallets – vernehmen wir ein weiches Rauschen mit dem dunkel tragenden Grundton. Das soll natürlich nicht heißen, dass man das Cymbal nicht auch anders herum aufhängen und dann auf der Biegung der Krempe mit ›mehr Saft‹ spielen sollte. Das kann das »Swish Knocker« nämlich auch (so wird das Cymbal bspw. von Simon Phillips eingesetzt) – ein tolles Chinabecken für alle Musikstile, das viel Musikalität und Sensibilität, aber auch Power in sich trägt.

PRO & CONTRA

- »Z3 Ultra Hammered«-Chinas: schweres Geschütz für »heavy hitter«, aber bei dynamischem Spiel auch warm und weich
- 22˝ »Swish Knocker«: liefert den alten Sound im neuen Gewand mit klaren Stockanschlägen und feinem Sizzle-Rauschen
- definitiv klanglich herausragende China-Becken
- z.T. recht saftige Preise

PREIS

(UVP):
19˝ Zildjian »Z3 Ultra Hammered«-China 339,15 €
21˝ Zildjian »Z3 Ultra Hammered«-China 374,85 €
22˝ Zildjian »Swish Knocker« 422,45 €
Vertrieb: Pearl Europe (www.pearleurope.com, www.zildjian.com)


drums&percussion September/Oktober 2011

Praxisreports aus drums&percussion September/Oktober 2011

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